Facebook verbannt Deepfake-Videos

Vor der US-Präsidentschaftswahl wächst die Angst vor Falschinformationen im Netz. Das erhöht den Druck auf Social-Media-Netzwerke.

Durch Deepfakes können einem Politiker Worte in den Mund gelegt werden, die diese Person nie gesagt hat. Bild: Keystone

Durch Deepfakes können einem Politiker Worte in den Mund gelegt werden, die diese Person nie gesagt hat. Bild: Keystone

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Das Online-Netzwerk verbannt vor den US-Wahlen sogenannte Deepfake-Videos, die aus täuschend echten Bilder erschaffen wurden. Videos, die eine falsche Authentizität vortäuschen, würden künftig von der Plattform gelöscht, teilte Facebook am Montag (Ortszeit) mit. Ausgenommen seien Parodien oder Satire.

Bei Deepfake-Videos werden beispielsweise über künstliche Intelligenz authentisch wirkende Sequenzen geschaffen. So können einem Politiker Worte in den Mund gelegt werden, die er nie gesagt hat.

Facebook-Managerin Monika Bickert erklärte, solche Videos seien im Internet zwar noch selten. «Weil ihre Nutzung zunimmt, stellen sie aber eine bedeutende Herausforderung für unsere Branche und Gesellschaft dar.»

Zwar sei es grundsätzlich zulässig, Videos zu bearbeiten, etwa, um Bild und Ton zu verbessern oder gewisse Abschnitte herauszuschneiden, erklärte Bickert. Anders sei dies bei «in die Irre führenden, manipulierten Videos».

Vor der US-Präsidentschaftswahl im November wächst die Sorge vor Falschinformationen im Netz, die Wähler manipulieren könnten. Der Druck auf Online-Dienste wie Facebook und Twitter ist gross, gegen solche Falschinformationen vorzugehen. (sep/sda)

Erstellt: 07.01.2020, 23:08 Uhr

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