Investoren fordern Rücktritt von Facebook-Chef Zuckerberg

Nach Kontroversen gibt es Widerstand gegen die quasi absolute Kontrolle Zuckerbergs: Gegen seinen Willen lässt sich dieser nicht absetzen.

Hält quasi die absolute Kontrolle im Unternehmen: Mark Zuckerberg.

Hält quasi die absolute Kontrolle im Unternehmen: Mark Zuckerberg. Bild: Charles Platiau/Reuters

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Vier grosse staatliche US-Investoren fordern nach Facebooks Datenskandalen und anderen Kontroversen um das weltgrösste Online-Netzwerk, den Einfluss von Gründer Mark Zuckerberg zu begrenzen. Der Firmenchef solle den zusätzlich gehaltenen Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat abgeben, verlangen sie.

Der Vorstoss hat allerdings kaum mehr als symbolischen Charakter, da Facebook-Gründer Zuckerberg quasi die absolute Kontrolle im Unternehmen hat und gegen seinen Willen nicht abgesetzt werden kann.

Dafür sorgen besondere Aktien mit zehn Mal mehr Stimmrechten als bei herkömmlichen Investoren, die bei Entscheidungen nur eine Stimme pro Anteilsschein bekommen. Frühere Versuche von Anlegern, etwas gegen den Willen der Facebook-Führung durchzusetzen, waren bereits entsprechend aussichtslos gewesen.

Dennoch ist das jüngste Aufbäumen ein Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit im Kreis der Anteilseigner, die ihr Investment durch immer neue Krisen bedroht sehen. In diesem Jahr hatten die Anleger keine Freude an der Facebook-Aktie. Der Kurs schnellte zwar erst zur Jahresmitte von 181 auf 217 Dollar hoch - doch dann kam der Absturz nach einem enttäuschenden Quartalsbericht. Zuletzt notierte das Papier nur noch bei 159 Dollar.

Stadt New York hält grössere Beteiligung

Zuckerberg müsse in dem Aufsichtsgremium durch einen unabhängigen Vorsitzenden ersetzt werden, verlangte der Chef des Rechnungshofs von New York, Scott Stringer. Die Stadt hält Mittel aus ihrem Rentenfonds in Facebook-Aktien, die Beteiligung sei aktuell rund 745 Millionen Dollar wert, berichtete das «Wall Street Journal». Das Online-Netzwerk spiele gesellschaftlich eine überdimensionale Rolle und habe hohe Verantwortung, deshalb seien Unabhängigkeit und Verlässlichkeit in dem Gremium nötig, argumentierte Stringer. Nur so könne Facebook das Vertrauen wiedergewinnen.

Neben ihm stellten sich auch die Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und Rhode Island hinter einen bereits im Sommer eingereichten Vorschlag des Hedgefonds Trillium Asset Management, Zuckerberg als Chef des Verwaltungsrates abzusetzen.

Facebook steht nach dem Cambridge-Analytica-Skandal und anderen Datenpannen sowie durch den Missbrauch der Plattform für politische Propaganda und Falschmeldungen unter massiver Kritik. Zudem schlugen die Auswirkungen der EU-Datenschutzgrundverordnung auf die Werbeeinnahmen. (sep/sda)

Erstellt: 18.10.2018, 15:17 Uhr

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