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«Kindern das Töten beibringen, ist nicht Jihad»

Die USA haben die sozialen Medien für den Kampf gegen den Terrorismus entdeckt – und twittern Islamisten an. Was hinter @ThinkAgain_DOS steckt.

Islamistisch motivierte Gewalttaten schonunglos zu zeigen, gehört zum Programm des Regierungs-Twitterkontos @ThinkAgain_DOS.
Islamistisch motivierte Gewalttaten schonunglos zu zeigen, gehört zum Programm des Regierungs-Twitterkontos @ThinkAgain_DOS.
Screenshot Twitter (TA)
Dazu gehört auch das Hinterfragen von Propagandabildern.
Dazu gehört auch das Hinterfragen von Propagandabildern.
Screenshot Twitter (TA)
...oder Grafiken, die das humanitäre Engagement der Vereinigten Staaten in Nahost zeigen sollen.
...oder Grafiken, die das humanitäre Engagement der Vereinigten Staaten in Nahost zeigen sollen.
Screenshot Twitter (TA)
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Die Wortwahl ist schonungslos, die Bilder schockierend: Im Kampf um die Deutungshoheit im Propagandakrieg kämpfen die USA neu mit harten Bandagen auf den sozialen Medien. Statt auf versöhnliche Worte setzt man auf klare Botschaften.

«Trolling» ist ein Begriff aus der Onlinekultur. Ein Troll ist auf Konflikt aus, mischt sich in Diskussionen ein, provoziert und versucht, Gespräche zum Entgleisen zu bringen. In einem Forum verhält sich ein Troll wie eine Art Spielverderber, der Diskussionen ausbremst und kapert. Oft, um seine eigenen Beiträge zu lancieren. Der Begriff passt zu dem, was das US-Aussenministerium seit kurzem online praktiziert: Ein eigens geschaffenes Team von Analysten spürt Terrorismusbefürworter auf und fällt ihnen ins Wort. Das Twitterkonto dafür läuft unter dem Slogan «Think again, turn away» (denk noch einmal nach, lass es). Eine Expertentruppe für islamistische Gruppierungen twittert von hier aus aktiv die Konten an, die Anschläge glorifizieren und Zustimmung für Gruppen wie die al-Qaida äussern. Ihnen begegnen die US-Twitterer mit Berichten über Terroranschläge und muslimische Opfer von Islamisten. Auch im Einsatz sind grausame Bilder, etwa von Hinrichtungen durch radikale Gruppen wie Boko Haram.

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