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Renommierte Universität verkündet das Ende von Facebook

Facebook verhalte sich wie eine Epidemie, sagen Forscher der Universität Princeton, und werde bald beinahe verschwunden sein. Social-Media-Experten sind über den Vergleich empört.

«Genau so wie die Pest»: Facebook-Logo, Beulenpest-Erreger.
«Genau so wie die Pest»: Facebook-Logo, Beulenpest-Erreger.
AFP

«Wie eine ansteckende Krankheit» habe sich Facebook in den letzten Jahren verbreitet, sagen Forscher der US-amerikanischen Universität Princeton, «aber wir werden langsam dagegen immun». Darum, prophezeien die Forscher in ihrer auf «The Guardian» zitierten Studie, würden 80 Prozent der heutigen Nutzer Facebook bis 2017 verlassen haben. Die Wissenschaftler stützen ihre Aussagen auf Erkenntnisse aus der Epidemienforschung: Sie verglichen die Wachstumskurve des sozialen Netzwerks mit jener von Epidemien und kamen zum Schluss, dass Facebook eines Tages aussterben werde, «genau so wie die Beulenpest».

Die Forscher untersuchten, wie oft User in den letzten Jahren auf Google den Suchbegriff «Facebook» eingaben. Das Resultat: Während die Anfragen ab November 2006 stetig zunahmen und im Dezember 2012 einen Peak erreichten, sind sie seither wieder im Sinken begriffen.

«Ideen verbreiten sich unter den Menschen wie Infektionen», heisst es im Bericht zur Studie. Die Verbreitung finde in diesem Fall durch Kommunikation statt: Ideen würden durch kommunikativen Kontakt weitergereicht und von immer mehr Menschen geteilt. Doch es komme unweigerlich der Punkt, an dem die Menschen das Interesse an der Idee verlieren würden, «es bildet sich eine Immunität». Die Verbreitung der Idee nehme daraufhin wieder ab, bis sie ganz aussterbe.

«Problematischer Vergleich»

Die Studie hat in den Medien und in Onlineforen viel Aufmerksamkeit erregt und wird kontrovers diskutiert. Kritisiert wird einerseits die Methodik der Forscher: Immer mehr User würden Facebook über ihre Smartphones abrufen, was das Sinken der Google-Suchanfragen teilweise erkläre. Ausserdem sei der Vergleich von Facebook mit einer Epidemie problematisch, sagt ein Experte gegenüber der Onlineplattform Marketwatch.com: «Diese Sichtweise vernachlässigt die Tatsache, dass eine Techplattform sich über die Zeit hinweg auch entwickeln und neu erfinden kann.» Ausserdem habe es viele Ideen gegeben, die sich wie Epidemien verbreitet hätten und trotzdem hängen geblieben seien, schreibt die Digital-Newssite Mashable.com: «Demokratie, Elektrizität oder die Evolutionstheorie».

Auch der Vergleich mit der verschwundenen Plattform Myspace, den die Forscher in ihrer Studie ziehen, hinke, schreibt die Nachrichtenplattform Natmonitor.com: «Myspace ist nicht ausgestorben, weil es sich wie eine Epidemie verhielt – es ist ausgestorben, weil Facebook aufkam und es tötete.» Solange Facebook keinen ernst zu nehmenden Konkurrenten erhalte, werde es also aller Wahrscheinlichkeit nach am Leben bleiben.

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