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Hoffnung auf Hilfspaket für die US-WirtschaftDow Jones legt stärksten Anstieg seit fast 90 Jahren hin

Der Börsenbarometer eroberte am Dienstag mehr als 2000 Punkte zurück und stieg um 11,37 Prozent.

Ein Börsenmarkler in New York beobachtet während der Coronavirus-Krise die Bewegungen des Dow Jones.
Ein Börsenmarkler in New York beobachtet während der Coronavirus-Krise die Bewegungen des Dow Jones.
Foto: Justin Lane/Keystone

Die Hoffnung auf die Verabschiedung eines Hilfspakets für die US-Wirtschaft im Volumen von zwei Billionen Dollar hat den US-Börsen zu einem kräftigen Kurssprung verholfen. Der Dow schloss 11,4 Prozent höher auf 20.704,91 Punkten. Das ist der grösste prozentuale Kurssprung seit 1933. Der technologielastige Nasdaq rückte 8,1 Prozent auf 7417,86 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 9,4 Prozent auf 2447,33 Punkte zu. Für den S&P war es der grösste prozentuale Tagesgewinn seit Oktober 2008.

Investoren hoffen vor allem darauf, dass der US-Senat grünes Licht für das Programm gibt, mit dem die Folgen der Coronavirus-Pandemie für die USA abgemildert werden sollen. «Die Leute sind aufgewacht und haben realisiert, dass das Paket verabschiedet wird», sagte Jake Dollarhide, Chef der Vermögensverwaltung Longbow in Tulsa, Oklahoma. «Es gibt einen Plan, und die Welt wird morgen auch noch existieren und den folgenden Tag und die Woche darauf.»

Hochrangige Demokraten und Republikaner äusserten sich zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung kommt. Das Paket soll die schlimmsten Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern. Auch in den USA steht inzwischen das öffentliche Leben weitgehend still. Die Zahl der Neuinfektionen steigt rapide, inzwischen sind 544 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die USA zum Zentrum der Pandemie werden. Im März brachen die Geschäfte der Unternehmen so stark ein wie noch nie, der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel um 9,1 Stellen auf das Rekordtief von 40,5 Punkten. US-Präsident Donald Trump strebt an, dass die Unternehmen bis Ostern ihre Geschäfte wieder aufnehmen. Investoren warnen jedoch davor, die Massnahmen zu lockern, bevor die Erkrankung unter Kontrolle ist. Das würde nicht funktionieren, sagte Axel Merk, Chefinvestor bei Merk Investments. «Aus medizinischer Sicht muss man das exponentielle Wachstum brechen, und das geht mit Ausgangsbeschränkungen.»

BOEING IM AUFWIND – FORD BAUT BEATMUNGSGERÄTE

Zu den Gewinnern gehörten die Aktien der Luftfahrtwerte: Die Papiere von American Airlines, Delta Air Lines, United Airlines und Southwest schnellten zwischen zwölf und 36 Prozent hoch. Unabhängig von den Hilfen für die Gesamtwirtschaft planen die Demokraten im US-Repräsentantenhaus ein Hilfspaket im Volumen von 32 Milliarden Dollar für die von den Reisebeschränkungen besonders hart getroffene Branche. Wegen der Pandemie steht der Luftverkehr weltweit nahezu still.

Um fast 21 Prozent nach oben ging es für die Boeing-Aktien. Firmenchef Dave Calhoun sagte, das Unternehmen gehe weiterhin davon aus, dass der Unglücksflieger 737 MAX Mitte des Jahres wieder in Betrieb genommen werden kann.

Um rund 23 Prozent nach oben schnellten die Ford-Anteilsscheine. Der Autobauer steigt im Kampf gegen das Coronavirus in den Bau von Beatmungsgeräten ein. Ford arbeitet dabei mit der Medizintechnik-Sparte von GE und dem Mischkonzern 3M zusammen. Ford nennt die Zusammenarbeit «Project Apollo» nach der Apollo-13-Mission, bei der die Astronauten nach dem Ausfall eines Sauerstofftanks improvisieren mussten.

(REUTERS /aru)

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