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Corona-Podcast «Und jetzt?»«Du legst auf und weisst, es geht ein Leben zu Ende»

In einer zweiteiligen Spezialfolge des Corona-Podcasts überlassen wir das Wort den Menschen, die existenziell von der Pandemie betroffen sind. Ein Sohn erinnert sich an den Abschied von seinem Vater.

Dieses Foto machten Roland Wächter und sein Vater Viktor Wächter (r.) am 18. März in dessen geliebten  Rebberg. Am 5. April verstarb der 80-Jährige an Covid-19.
Foto: Privat

«Wir waren in einem absoluten Ausnahmezustand», erinnert sich Roland Wächter. Im März erkrankte seine ganze Familie – Roland Wächter, seine beiden Eltern und seine Frau hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Bei seinem 80-jährigen Vater Viktor Wächter verlief die Krankheit am schlimmsten. Er verstarb am 5. April im Kantonsspital Baden.

Viktor Wächter ist einer von über 5000 Corona-Toten in der Schweiz. Die Zahl alleine ist abstrakt. Um sie fassbar zu machen, hat der Recherchedesk die Geschichten zahlreicher Verstorbener und ihrer Angehörigen gesammelt.

Der Tod ihrer Lieben, manchmal innert Tagen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus, ist für viele Hinterbliebene ein Schock. So auch für Roland Wächter. Er konnte sich nur noch am Telefon von seinem Vater verabschieden. Seine Mutter durfte auf die Intensivstation – der Besuch hat sie traumatisiert. Zurück in der Wohnung fand sie noch die Kaffeetasse ihres verstorbenen Ehemannes vor. 60 Jahre waren die beiden verheiratet.

In «Und jetzt? Der Corona-Podcast» erzählt Roland Wächter von den schlimmen Wochen im Frühling. Zudem spricht Recherchedesk-Reporterin Simone Rau mit Mirja Gabathuler darüber, wie sie die Gespräche mit Angehörigen erlebt hat. Und wie ihr Team die Lebensgeschichten der Covid-Verstorbenen recherchiert hat.

30 Kommentare
    Astrid Meier

    Bei allem Mitgefühl, wenn jemand stirbt ist das immer eine Ausnahmesituation für die Angehörigen. Mein Vater starb mit 74 an Krebs, sein Sterben dauerte einen Monat. Meine Mutter mit 90 an der Grippe, das dauerte 10 Tage. Beide Male war klar, dass ein Leben zu Ende geht, und wir Angehörige waren während dieser Zeit im emotionalen Notstand. Beide Eltern wären nicht mehr zum Telefonieren im Stande gewesen. Es ist sicher sehr hart, nicht persönlich vor Ort sein zu können, aber wenigstens war es kein langer Todeskampf.