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Der Ort des VerbrechensEin Anschlag, der alles verändert

Das Capitol kommt am Tag danach daher wie der Tatort eines Verbrechens. Um Donald Trump wird es einsamer – und die Rufe nach seiner sofortigen Absetzung werden lauter.

Sturm auf das Capitol durch Trumpsche Anhänger: Ein Bild, von den Ereignissen des 6. Januar 2021, das sich jetzt schon in das kollektive Gedächtnis der Amerikanerinnen und Amerikaner eingebrannt hat.
Sturm auf das Capitol durch Trumpsche Anhänger: Ein Bild, von den Ereignissen des 6. Januar 2021, das sich jetzt schon in das kollektive Gedächtnis der Amerikanerinnen und Amerikaner eingebrannt hat.
Foto: Manuel Balce Ceneta (Keystone)

Sie haben Spuren hinterlassen.

Trockenes Blut klebt an der Büste von Zachary Taylor, dem zwölften Präsidenten der USA. Sie steht in einem Seitengang des ­Capitol, der von einem Eingang auf der Nordseite zum Saal des Senats führt. Jemand hat eine Plastikfolie über die Büste gezogen, doch man sieht das Blut darunter trotzdem, es schimmert rostrot um den steinernen Mund des Präsidenten.

Woher das Blut stammt, kann am Tag danach niemand zweifelsfrei sagen. Nicht die Polizisten, die im Eingang herumstehen, nicht die Journalisten, die Fotos von der Büste machen. Aber fest steht, dass wenige Meter neben der Büste eine 35 Jahre alte Frau versucht hatte, am Mittwochnachmittag durch das eingeschlagene Glas einer Tür zu steigen. Dann, als der Mob die Barrikaden durchbrochen hatte und sich daran machte, das ­Innere des Capitol zu stürmen. Fest steht auch, dass die Frau von einem Schuss getroffen wurde und von Sanitätern blutend nach draussen getragen werden musste. Sie starb später im Spital.

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