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Fenstersturz im ErlenhofEin Asylbewerber noch im Spital – SP will Unterkunft schliessen

Die Polizei hat Neuigkeiten zum Zwischenfall zweier abgewiesener Asylbewerber publiziert. Derweil kritisiert die SP den eigenen Regierungsrat.

Einsatz der Polizei während einer Demo für die Schliessung der Notunterkunft Urdorf am Donnerstag, 8. Oktober.
Einsatz der Polizei während einer Demo für die Schliessung der Notunterkunft Urdorf am Donnerstag, 8. Oktober.
Foto: Boris Müller

Am Mittwochmorgen sind zwei junge Männer aus dem Fenster eines Gebäudes an der Lagerstrasse in Zürich gestürzt. Die Kantonspolizei Zürich schliesst nun «Dritteinwirkung» aus, wie sie am Freitag in einer Mitteilung schreibt. Die beiden abgewiesenen Asylsucher «dürften aus dem dritten Obergeschoss der Liegenschaft gesprungen sein».

Die beiden algerischen Staatsangehörigen hatten sich beim Sturz verletzt. Der 19-Jährige befindet sich laut Mitteilung weiterhin im Spital, er habe Frakturen erlitten. Der 23-Jährige habe sich nur leicht verletzt und sei nach einer ambulanten Behandlung aus dem Spital entlassen worden. Er befinde sich wieder im Erlenhof.

Die beiden Algerier wurden zusammen mit 34 weiteren abgewiesenen Asylsuchenden in den Erlenhof im Zürcher Kreis 4 gebracht, nachdem es zu einem Corona-Ausbruch in der Notunterkunft Urdorf gekommen war. Nach der Unterbringung im Erlenhof sorgten die Zustände im unterirdischen Rückkehrzentrum in Urdorf und die Kommunikationsstrategie der Sicherheitsdirektion von Mario Fehr (SP) in den vergangenen Tagen für lautstarke Kritik von links, während der Sicherheitsdirektor von bürgerlichen Politikern Rückendeckung erhält.

SP kritisiert Mario Fehr

Die SP des Kantons Zürich legte am Freitagmorgen in einem Communiqué nach. Der Titel: «Der Regierungsrat muss über die Bücher». Darin wiederholen die Sozialdemokraten ihre bereits früher geäusserte Forderung, die Notunterkunft in Urdorf während der Corona-Pandemie zu schliessen. «Die Ansteckung eines Grossteils der Bewohnenden und zweier Betreuenden ist der traurige Beleg dafür, dass der Schutz von Bewohnenden und Betreuenden in einer unterirdischen Unterkunft trotz Schutzmassnahmen nicht gewährleistet werden kann», schreibt die SP.

Weiter fordern die Sozialdemokraten eine rasche Aufklärung der Vorkommnisse der vergangenen zwei Wochen. Die Partei kündigt zudem an, mit kritischen Fragen im Kantonsrat den Forderungen Nachdruck verleihen zu wollen.

Die SP kritisiert damit ihren eigenen Regierungsrat – und das nicht zum ersten Mal. Die Partei beschwichtigt am Schluss ihrer Mitteilung aber: «Schuldzuweisungen und Rücktrittsforderungen sind hingegen erfahrungsgemäss eher selten ein geeignetes Mittel, um einen konkreten Fortschritt zu erreichen.»

sip

5 Kommentare
    Dieter Sprenger

    Anscheinend geht es gewissen SP Exponenten so schlecht dass sich diese damit bereits auf eine neue zukünftige Wählerschaft ausmachen müssen ! Bedauerlich um die einst gute Arbeitnehmervertretung .