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Ein Atemzug Petrichor

TA-Journalisten präsentieren ihr liebstes Sommerbild. Heute: durch Sommerregen hervorgerufene Kindheitserinnerungen.

Früher, als ich am Mittwoch noch von schulfreien Nachmittagen profitieren konnte, spielte ich von Frühling bis Herbst mit den Nachbarskindern Fussball vor meinem Haus. Zugegeben, das Feld war nicht optimal: der Boden gepflastert, in einer Steigung gelegen und zugestellt mit Autos – wenigstens letzteres am Mittwochnachmittag glücklicherweise weniger. Auf jeden Fall Platz genug, um orange Markierungshauben als Torpfosten auf den Boden zu legen und zu tschutten.

Mit zunehmendem Alter suchte ich nach neuen Herausforderungen, also kauften wir uns Skateboards und verbrachten unsere Mittwochnachmittage auf den asphaltierten Flächen der Freiburger Altstadt. Eine Bushaltestelle musste als Trainingsfläche herhalten, auch die ersten drei, vier Treppen einer Villa gegenüber dem alten Gaswerk wurden von unseren Skateboards und Achsen traktiert. Für die grösseren Treppenabschnitte fehlte letztendlich der Mut.

Obwohl ich die sonnigen Nachmittage genoss und eben auch nutzte, mich sportlich zu betätigen, wartete ich immer sehnsüchtig auf den einen Moment: den plötzlichen Sommerregen. Dieser kündigte sich immer kurz vor Beginn an, ich roch es in der Luft, und während meine Freunde so rasch wie möglich nach Hause rannten, lief ich mit dem Skateboard oder dem Fussball unter dem Arm gemächlich heim. Dies hatte natürlich zur Folge, dass ich nass bis auf die Knochen von meiner Mutter im Türrahmen mit einem Badetuch empfangen werden musste.

Der Geruch nach Petrichor, dem Geruch von Regen auf trockener Erde, oder demjenigen nach den ersten Regentropfen auf dem heissen Asphalt: Die schönsten Erinnerungen an den Sommer, an die sorglose Kindheit. Erinnerungen, die ein sommerlicher Platzregen auch heute noch hervorruft.

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