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Comedyserie auf NetflixEin General muss zum Mond

Steve Carell spielt in der Serie «Space Force» einen Militärchef, der auch mal tanzt. Über die Melancholie von Carells Figuren.

Leitet ein Mondflug-Projekt: Der Viersternegeneral (Steve Carell) in «Space Force».
Leitet ein Mondflug-Projekt: Der Viersternegeneral (Steve Carell) in «Space Force».
Bild: zvg

Am besten sind seine Figuren, wenn die Welt rundherum zusammenbricht und sie sich leise hadernd in ihr Schicksal ergeben. Man könnte auch sagen: Steve Carell ist dann in seinem Element, wenn die Melancholie seine Komik überdeckt und der Loser in ihm überhandnimmt. Der 57-jährige Amerikaner, der einst Briefträger werden wollte (aber angeblich aus Effizienzgründen versagte), hat sich mit Komödien in die Herzen der Zuschauer gespielt. Er war der Grossraumbürochef in der US-Serie «The Office», der sexuelle Spätzünder in «The 40-Year-Old Virgin», der verzweifelte Proust-Experte in «Little Miss Sunshine». Liebenswerte Charaktere, die immer mindestens einen Schritt neben ihren Schuhen waren.

Aber dann konzentrierte sich Carell auf ernsthaftere Rollen: Als Förderer und Mörder eines Wrestlers («Foxcatcher», 2014) holte er sich seine erste Oscarnomination. «Eine Filmfigur darf nie wissen, ob sie sich in einer Komödie oder in einem Drama befindet», sagte der Schauspieler damals. Und nein, einen furchteinflössenderen Multimilliardär hat man selten gesehen. Jetzt, in der von Carell mit entwickelten und geschriebenen Serie «Space Force», weiss man auch nie, woran seine Figur gerade nagt. Diese wird zu Beginn zum Viersterngeneral ernannt und bekommt die Aufgabe, einen Twitter-Befehl des Präsidenten («boots on the moon!») umzusetzen.

So siedelt dieser General Knall auf Fall ins gottvergessene Colorado um, wo ihm Frau und Tochter rasch abhandenkommen. Und wo er dann – vor lauter Entscheidungsnöten – auch einfach mal zum Beach-Boys-Song «Kokomo» allein durchs Büro tanzt. Viel verlorener gehts nicht, Twitter-Alarm des Präsidenten hin oder her.

Ab Fr 29.5. auf Netflix