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Jobcoach: HomeofficeEin Mini-Knigge gegen die Zoom-Müdigkeit

In Videokonferenzen leidet nicht nur die Motivation, sondern auch der Anstand. Dabei ist es aktuell umso wichtiger, respektvoll miteinander umzugehen.

«Schau, das ist meine Katze!»: Zu Beginn der Homeofficezeit war vieles irgendwie lustiger.
«Schau, das ist meine Katze!»: Zu Beginn der Homeofficezeit war vieles irgendwie lustiger.
Foto: Getty Images

Novartis-Chef Vas Narasimhan outete sich als Zoom-müde. Und sprach damit ziemlich vielen Arbeitnehmenden aus der Seele. Während der ersten Corona-Welle waren die Konferenzen aus dem Homeoffice noch irgendwie lustig, man kicherte gemeinsam über Pannen, sagte brav «hallo» und «tschüss».

Jetzt ist alles anders. Ein Ende des Homeoffice ist für viele nicht in Sicht, und die «Video-Call-Fatigue» von Novartis-Chef Narasimhan ist inzwischen in mehreren medizinischen Untersuchungen als Phänomen anerkannt. Sie hat verschiedene Ursachen, unter anderem:

  • Der Blick ins Nirgendwo: Schon im Jahr 2000 stellten Wissenschaftler fest, dass die mangelnde «gaze awareness» (gemeint ist: die Wahrnehmung der Blickrichtung) dazu führen kann, dass Unterhaltungen weniger befriedigend verlaufen. Während man in echten Meetings den Gesprächspartnern in die Augen schaut, sieht es in Videokonferenzen immer so aus, als würde man anderswo hinstarren. Das demotiviert die Vortragenden.

  • Die Tücken der Technik: Technische Probleme wie ein verzögerter Ton oder verschwommene Bilder können Teilnehmende frustrieren. 44 Prozent der 2500 Teilnehmer einer Studie gaben an, dass schlechte Tonqualität ihnen bei der Arbeit geschadet hat. Bei jedem fünften führte sie sogar dazu, dass ein Vorschlag scheiterte oder sie eine Ausschreibung verloren.

  • Vermischung von Berufs- und Privatleben: Nicht zu unterschätzen ist auch ein sozialer Aspekt. Gianpiero Petriglieri, Professor an der INSEAD Business School erklärt es dem britischen Sender BBC so: «Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Bar, und treffen dort Ihre Chefs, Ihre Eltern und Ihr Date. Ist das nicht komisch? Aber genau das machen wir gerade.» Im virtuellen Raum findet momentan nicht nur unser Berufs- sondern auch das Sozialleben statt. Das kann für viele verwirrend sein.

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