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Tom Lüthis Rückschlag in JerezEin Nuller nach der Aufholjagd

Beim Berner läuft es beim Neustart der Moto2-WM noch nicht. Lüthi scheidet kurz vor Schluss aus. In der Königsklasse sorgt Marc Marquez für ein Spektakel.

Tom Lüthi stürzte in Jerez und holte somit keine Punkte.
SRF

Allzu viel Optimismus war bei Tom Lüthi nicht angebracht, nachdem er am Vortag im Training sogar das Q2 verpasst und nur Platz 19 belegt hatte. In wie weit ihn dabei sein Trainingssturz vom Freitag beeinträchtigt hatte, ist nicht klar. Der Berner erwischte aber in der brutalen Mittagshitze von Jerez einen guten Start, machte rasch vier Plätze gut, schaffte dann sogar den Sprung auf Platz 12, und war nach einem Drittel der Renndistanz sogar in den Top Ten.

Drei Runden vor Schluss schien also noch vieles möglich, Lüthi gehörte der ersten Verfolgergruppe an. Doch dann nahm der Berner zu viel Risiko und rutschte in Kurve 8 von der Piste. Damit bleibt er auf den sechs WM-Punkten vom Saisonstart in Katar kleben, und ist in der Weltmeisterschaft nach zwei Rennen mit Zwischenrang 14 schon zurückgebunden.

Lüthi ist nicht aber der einzige WM-Mitfavorit, bei dem es noch harzt. Jorge Navarro, in Katar auch nur Sechster geworden, schied unmittelbar nach dem Start aus, und musste sich damit einen Nuller notieren lassen. Den Tagessieg holte sich Luca Marini, der Halbbruder von Valentino Rossi, vor Tetsuta Nagashima, dem Japaner, der die WM-Zwischenwertung nach zwei Rennen klar anführt. Am kommenden Sonntag geht es wiederum in Jerez weiter.

Keine guten News gibt es von Jesko Raffin. Der Zürcher, dem seit Stürzen im Wintertraining das Vertrauen fehlt, klassierte sich lediglich als 21.

Marquez-Out nach Riesenspektakel

In der Königsklasse holte sich Fabio Quartararo seinen ersten Karrierensieg. Der Südfranzose fuhr ein taktisch perfektes Rennen und vergrösserte seinen Vorsprung mit zunehmender Dauer kontinuierlich. Mit 21 Jahren und 90 Tagen ist er der achtjüngste Premiensieger überhaupt in der MotoGP-Klasse. Zweiter wurde Maverick Vinales, Dritter Andrea Dovizioso.

Lange reden wird man von diesem Rennen aber primär wegen Marc Marquez. Der Weltmeister lag in Führung, als er sich nach einem Ausrutscher mirakulös rettete. Der Spanier fand sich auf Platz 18 wieder und startete dann eine Aufholjagd, die man in dieser Klasse nicht für möglich gehalten hatte. Marquez überholte einen Gegner um den anderen, und wollte schliesslich den zweitplatzierten Vinales angreifen, als er wenige Runden vor Schluss stürzte, und sich den rechten Oberarm brach. Bis zum zweiten Grand Prix des Jahres hat er kaum Erholungszeit. Schon am Freitag stehen die ersten Trainings zum Grand Prix von Andalusien ebenfalls in Jerez auf dem Plan. Ein Start von Marquez gilt daher als äusserst unwahrscheinlich.

1 Kommentar
    Daniel Schlatter

    Vor sehr langer Zeit (2005), war Ton Lüthi Weltmeister in der Anfängerklasse. Seither wird er jedes Jahr zum WM Mitfavoriten hochgejubelt. Zuverlässig jedesmal klappt das nicht. Die Gründe sind vielfältig, Pech, technische Probleme, Stürze oder die Gegner sind einfach besser. Egal wie viele Jahre er noch mitfährt, Weltmeister wird er nie mehr. Unvergessen ist auch die Null Punkte Pleite in der Königsklasse.

    Daniel Schlatter