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Schauspieler und BademeisterEr hofft auf nachhaltige Solidarität

Andy Nzekwu wünscht sich, dass die Menschen sich weiterhin beistehen. Auch ohne Not. Das dritte Türchen unseres Adventskalenders.

Andy Nzekwu hofft auf mehr Aufträge als Schauspieler im nächsten Jahr.
Andy Nzekwu hofft auf mehr Aufträge als Schauspieler im nächsten Jahr.
Foto: PD

Ich heisse Andy Nzekwu und bin Schauspieler. Im Sommer arbeite ich auch als Bademeister. Was ich mir auf Weihnachten wünsche? Ein richtig gutes und grosses Bett. Hoch müsste es sein. Spring-Box-Style. Eines, bei dem man morgens die Beine baumeln lassen kann und nicht vom Boden her aufstehen muss. Für Zürich wünschte ich mir, dass wir einander wieder mehr als Mitmenschen wahrnehmen – und weniger als Konkurrenten. Ich habe das Gefühl, dass hier alle so stark sein wollen oder müssen, dass niemand seine Schwächen zugeben kann.

Zu Beginn der Pandemie entwickelte sich eine Solidarität, die mich freute. Man ging füreinander einkaufen, man sprach mehr mit der eigenen Familie. Da habe ich gehofft, dass die Leute dadurch wieder mehr zusammenrücken. Aber das war schnell wieder vorbei. Ähnliches wird wohl leider auch bei der hiesigen Black-Lives-Matter-Bewegung passieren. Das war wichtig und gut, dass wir angefangen haben, über Alltagsrassismus zu sprechen. Abwarten, wie nachhaltig das sein wird.

Kinder rennen immer. Immer.

Ich mag die Badi, weil sie ein Ort ist, wo jeder Status abfällt. Da sind alle mehr oder weniger gleich. Natürlich hat jeder seine Eigenschaften. Kinder zum Beispiel. Die rennen. Immer. Auf die Rutschbahn wird gerannt, zum Kiosk, aufs Sprungbrett. Die wollen so viel Spass wie möglich in kürzester Zeit haben. Und diesen gewinnen sie offenbar, indem sie dauernd rennen.

Weihnachten verbringe ich immer mit meinem Bruder und meiner Mutter und je nachdem mit oder ohne Freundinnen. Diesmal haben wir Neuzugang. Mein Bruder hat einen Sohn bekommen. Ein Highlight dieses eher nicht so tollen Jahres, das für mich vor allem als Schauspieler sehr schwierig war. Da gab es kaum Vorstellungen. Ich hoffe schon, dass sich das 2021 bessert.

Über Neujahr bin ich dann in Davos. Dort arbeite ich für eine Saison lang im Stall Valär in der Gastronomie. Auch am Silvester – wohl nur bis 23 Uhr. Zumindest nehme ich das schwer an. Anweisung vom Bund. Klar, es ist ja auch nicht so, dass das Virus sagen würde: «Ah, 2020 ist vorbei, ich geh jetzt.»