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National LeagueEin ZSC-Zwischenspurt, und der SCB ist erledigt

Zwei Drittel lang ist es ein Zürcher Geknorze, am Ende aber ein souveräner Sieg: Die Lions gewinnen in Bern 6:3.

Die freche Linie der Lions: Willy Riedi (links) und Raphael Prassl feiern den Ausgleichstreffer zum 2:2.
Die freche Linie der Lions: Willy Riedi (links) und Raphael Prassl feiern den Ausgleichstreffer zum 2:2.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Die ZSC Lions und ihre Zwischenspurts. Sie haben es in sich, und sie werfen auch Fragen auf. Sind diese Shifts der Brillanz mit Tempo und variantenreichem Offensiv-Eishockey wirklich der wahre ZSC, der sich damit aus misslichen Lagen scheinbar mühelos befreien kann? Oder sind die Zürcher ein launisches Spitzenteam, das nur hin und wieder wirklich will und darum auch in einem allfälligen Playoff eine Wundertüte sein wird?

Der Match und die Art und Weise dieses 6:3-Sieges in Bern gaben einmal mehr für beide Varianten Argumente. Wenn es der letzte Eindruck ist, der bleibt, dann war das wieder die Top-Equipe, die alle Teams mit ihren Zwischenspurts überfordern kann, egal, wo sie in der Tabelle stehen: Zug beim 7:6, Davos beim wilden 5:1-Schlussdrittel vor zehn Tagen oder vor knapp drei Wochen Gottéron beim 5:0-Auswärtssieg.

Dieses Schlussdrittel in Bern, das gewannen die Lions 4:1. Statistisch lag das zwar vor allem am Powerplay, das die Zürcher bei drei Chancen zu drei Toren nützten. Aber da war noch mehr. Als die Lions in den ersten zehn Minuten aufs Gaspedal drückten, verlor der SCB Übersicht und Ordnung. Der ZSC war unberechenbar, zweimal war SCB-Goalie Philip Wüthrich auch mit Zürcher Verteidigern konfrontiert: Geburtstagskind Patrick Geering und Tim Berni tauchten hintereinander mit dem Puck im Slot auf. So gesehen, ging dieses 6:3 am Ende in Ordnung.

Der perfekte Start

Es gab zuvor aber noch viele weitere Minuten, in denen die Lions einmal mehr uninspiriert wirkten und darum einen zwiespältigen Eindruck hinterliessen. Der Auftakt, der gelang zwar perfekt, auch wenn Bern tatkräftig mithalf. Den von Goalie Wüthrich bewusst für seine Verteidiger neben das Tor gelenkten Puck ignorierten diese, es kam zum Chaos mit Gestocher, bis Ryan Lasch alleine aufs Tor zog und gekonnt zum 1:0 nach nur 77 Sekunden vollendete.

Danach war lange nicht mehr viel los im ZSC-Spiel, die Berner kämpften sich zurück ins Spiel. Als sie kurz vor Spielmitte 2:1 in Führung lagen, war das verdient. Das 2:2 nach zwei Dritteln verdankten die Lions ausgerechnet ihrer einzigen No-Name-Linie mit Dominik Diem, Raphael Prassl und GCK-Leihgabe Willy Riedi. Das Trio trat frech auf, kombinierte sich wie eine Top-Linie zum 2:2. Der 22-jährige Riedi, mit der Rückennummer 68 und den langen Haaren hinten an den grossen Jaromir Jagr gemahnend, machte dabei Werbung in eigener Sache.

Plötzlich teilt der 1,70-m-Stürmer auch noch Checks aus: Ryan Lasch lässt Berns Jesper Olofsson fliegen.
Plötzlich teilt der 1,70-m-Stürmer auch noch Checks aus: Ryan Lasch lässt Berns Jesper Olofsson fliegen.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Der Abend kannte bei den Lions auch einen Verlierer: Verteidiger Johann Morant wurde nach seinem Fehler beim 1:1 nicht mehr eingesetzt – er beendete den Abend mit bloss 66 Sekunden Eiszeit.

Die weiteren Spiele

Der EVZ hat sich rehabilitiert. Nachdem der Leader am Dienstag gegen Biel auf dem Weg zur 4:5-Niederlage nach Penaltyschiessen einen 4:0-Vorsprung verspielt hatte, schlug er die SCL Tigers drei Tage später 3:1. Zum Matchwinner wurde Nationalstürmer Gregory Hofmann, der in der 42. Minute sein 16. Saisontor erzielte.

Lausanne meldete sich nach der knapp einwöchigen Quarantäne erfolgreich zurück und schlug die Rapperswil-Jona Lakers mühelos 4:1, während Davos zu Hause gegen Servette mit demselben Resultat verlor. Die Bündner lagen nach zwei Dritteln bereits 0:4 hinten, Noah Rod hatte doppelt getroffen für die Genfer.

Lugano kam derweil zum achten Sieg in Folge. Die Tessiner bezwangen Fribourg 3:2 nach Verlängerung, Tim Heed entschied die Partie eine Sekunde vor dem Ende der Overtime.

2 Kommentare
    Daniel Schlatter

    Jetzt fordert der Herr Lüthi dann vermutlich 15 Ausländer. Bin gespannt, wie lange sich die Frau Schelling noch halten kann, es gibt noch keine Anzeichen einer sportlichen Aufwärtsbewegung.