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National LeagueEin Zürcher Kantersieg samt Protestaktion

Der ZSC gewinnt bei den Lakers ohne die geringsten Probleme 6:2. Im Rahmenprogramm meldet sich die Spielergewerkschaft zu Wort.

Freie Bahn für den ZSC: Ryan Lasch drischt den Puck zum 2:0 ins offene Rapperswiler Tor.
Freie Bahn für den ZSC: Ryan Lasch drischt den Puck zum 2:0 ins offene Rapperswiler Tor.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Wenn die Spielervereinigung bei der Durchsetzung ihrer Wünsche gleich viel Widerstand erfährt wie die ZSC Lions an diesem Samstag bei den Lakers, muss den Schweizer Eishockey-Profis um ihre Jobsicherheit nicht bange sein. Denn nachdem die Swiss Ice Hockey Players Union mit Transparenten in allen Arenen der National League Position bezieht gegen die geplante Ligareform, kommt der ZSC in Rapperswil-Jona zu einem Kantersieg. 3:0 nach 23 Minuten, 6:2 nach 60: Der Tabellenzweite ist gegen erschreckend harmlose Lakers nie auch nur in der Nähe einer Niederlage.

Dabei ist dieser Erfolg so gar nicht selbstverständlich: Zehn Spiele ist es her, dass die Zürcher letztmals zwei Siege in Serie feiern konnten. Doch gegen diese Lakers geht alles wie von selbst. Das 1:0, als Sigrists Ablenker in hohem Bogen über Goalie Bader ins Tor fliegt. Laschs 2:0, das nach einer Abwehr Baders ins fast leere Tor erfolgt. Beim Shorthander zum 3:0 bugsiert der solo anstürmende Geering den Puck am Pfosten vorbei via Bande zurück auf den eigenen Stock Bader kann nur irritiert zuschauen. Diese bemitleidenswerte Rolle muss der 25-Jährige immerhin nur zwei Drittel lang spielen, dann wird er durch Rochow ersetzt.

Dass beim Heimteam der verletzte Stammgoalie Nyffeler fehlt; dass auf dem Eis wenig stimmt seit dem letzten Wochenende, als auf Ende Saison die Trennung von Chefcoach Jeff Tomlinson verkündet wurde; dass die Lakers in den letzten drei Spielen 22 Gegentore kassierten: Das braucht die ZSC Lions nicht zu kümmern. Aber es sollte ihnen wenigstens eine Erinnerung sein, diesen vierten Erfolg in der vierten Begegnung mit den Lakers zu relativieren.

Ein Spruchband zur Ligareform: Vor dem Match geben die Spieler ihrer Sorge ums Schweizer Eishockey Ausdruck.
Ein Spruchband zur Ligareform: Vor dem Match geben die Spieler ihrer Sorge ums Schweizer Eishockey Ausdruck.
Foto: Thomas Oswald (Freshfocus)

Das Thema war am Ende denn auch weniger dieses 6:2 als vielmehr die Transparente vor dem Spiel. «Der Nachwuchs ist unsere Zukunft, die Fans unser Rückgrat, Eishockey unser Leben», lautete der eher allgemein gehaltene Tenor der Spieler, die ihre eigenen Arbeitsplätze und jene der einheimischen Jugend durch die geplante Öffnung des Spielermarktes gefährdet sehen. Immerhin bei einer Mannschaft war in den 60 Minuten danach auch so etwas wie Freude am Job erkennbar.

Die weiteren Spiele

Tabellenführer Zug zeigte beim Gastspiel in Davos seine Offensivpower. Das 7:2 gegen den HCD war der vierte Sieg in Folge für die Zuger. Fribourg Gottéron gewann in Biel 4:1 und ist weiterhin punktgleich mit dem ZSC auf Rang 3. Mit dem gleichen Resultat setzte sich der SC Bern bei Ambri durch. Servette kam zu einem 3:2-Sieg nach Verlängerung bei Lausanne und konnte dadurch punktemässig zum LHC aufschliessen.