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Konzert in ZürichEine starke Stimme

Ist das der neue Ton im Schweizer Rap? KimBo präsentiert auf ihrem Debüt-Album feministische Lyrics und Dancemusic auf der Höhe der Zeit.

KimBo begegnet  der Männerdominanz im Rap mit nonchalantem Selbstbewusstsein. 
Bild: zvg

Bei KimBo kommt einiges zusammen. Da sind die aufwendig produzierten Videos, der angriffige Rap, die tiefen Reggaeton-Bässe, die Texte, die engagiert sind und reflektiert. «Musik ist für mich Empowerment», sagt Kim Bollag, wie die Rapperin KimBo bürgerlich heisst, am Telefon. Es gehe ihr darum, Raum einzunehmen und gleichzeitig eine Brücke zu anderen Menschen zu schlagen.

Die 29-Jährige, die im Tessin aufgewachsen ist und in Basel lebt, rappt auf Italienisch und Zürichdeutsch. «Ich bruch kein Leader, verstasch. Ich bin min eigene Boss», heisst es im Stück «King Kong» auf ihrer 2018 erschienenen EP «Trip Infinito». Diese selbstbewusste Einstellung, kombiniert mit einem Blick auf soziale Fragen, trägt zur Energie bei, die sie als Rapperin ausstrahlt.

Das zeigte sich etwa am Frauenstreik im Jahr 2019, zu dem sie den Track «Mir Streiked beisteuerte. Oder in Bollags Berufsleben: Beim Basler Verein HitProducer verhilft sie Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen zu musikalischem Ausdruck. «Es ist egal, aus welchem Milieu jemand kommt, Musik kann helfen, eine Sprache zu finden», sagt sie.

Rassimus und Machismus

Dass sich Frauen, die sich in der teils sexistischen Männerdomäne Rap bewegen, ein paar komplizierte Fragen stellen, legte sie etwa in einem Interview mit dem TA zum Thema Sexismus dar. In ihrer Musik begegnet sie dem Umstand mit nonchalantem Selbstbewusstsein. Im Stück «Pussy Pussy Pussy» heisst es: «Razzismo erlebt, machismo erlebt // Weiss wie mich wehre, ich heisse respekt.»

Ihr Debüt-Album «Pangolin» erscheint am 27. November, einen Tag vor ihrem 30. Geburtstag. Einige Songs davon sind bereits auf Spotify zu hören.

Mittwoch, 7. Oktober, ab 19 Uhr, Barfussbar, Stadthausquai 12, 8001 Zürich.