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Genozid-Retter vor GerichtEinem Helden wird der Prozess gemacht

Hollywood feierte ihn mit «Hotel Ruanda», weil Paul Rusesabagina während des Genozids mehr als tausend Menschen rettete. Jetzt ist der 66-Jährige in seiner Heimat angeklagt. Die Vorwürfe: Terror und Mord.

Er wurde als «Oskar Schindler Afrikas» verehrt: Paul Rusesabagina vor Gericht in Kigali.
Er wurde als «Oskar Schindler Afrikas» verehrt: Paul Rusesabagina vor Gericht in Kigali.
Foto: Muhizi Olivier (Keystone)

Jeden Donnerstag überlegt sich Carine Kanimba, wie lange fünf Minuten sind. Sie denkt darüber nach, was man in 300 Sekunden fragen kann und wie lange es dauert, darauf eine Antwort zu finden, mit der man etwas anfangen kann – ob es also sinnvoll ist, die Frage zu stellen. Oder eine andere, kürzere, die weniger Sekunden frisst.

Und dann fragt ihr Vater einfach nur, wie es den Kindern und Enkeln geht, und alle weinen. Dann sind die fünf Minuten um, und sie muss eine Woche warten, um wieder mit Paul Rusesabagina zu sprechen, der zu den wenigen Menschen auf der Welt zählt, deren Leben von Hollywood als Heldenepos verfilmt wurde und der jetzt im Gefängnis sitzt. Ein Terrorist und Mörder soll er sein. Jetzt bestimmt die Justiz seine Gesprächszeit.

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