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Rezepte und GelateriasSechs Zürcher Glace-Kreationen gegen die Hitze

Es gibt nicht nur klassische Gelati; der Markt geeister Spezialitäten wächst. Was ein Bingsu ist und wie man Semifreddo selber macht – die grosse Übersicht.

Mit Verspätung hat sich Zürich zu einer Glacestadt entwickelt. Von Rosso Arancio über Eisvogel bis zur Gelateria di Berna – in den letzten Jahren haben wir über viele neue Glacetempel berichtet, in denen italienische Cremesorten und Sorbets entstehen.

Im Schatten dieses Booms ist ein Markt mit vielen weiteren geeisten Spezialitäten entstanden. Das Eis am Stiel beispielsweise erlebt gerade ein Comeback. Mehrere Zürcher Firmen produzieren es. Im Vergleich zu Zuckerbomben wie der Rakete bestehen diese Stängelglaces, auch Paletas genannt, aus puren Früchten und anderen natürlichen Zutaten. Manchmal enthalten sie sogar Alkohol – wie der Frozé, ein gefrorener Rosé. Ein Klassiker ist das Semifreddo – eine halbgefrorene Spezialität. Wo es diese und weitere kalte Delikatessen in der Stadt gibt, haben wir ausfindig gemacht. Genauso wie die passenden Rezepte.

Frozé

Alkohol, Zucker und eine Kirsche als Finish: Frozé aus der Exer Bar.
Alkohol, Zucker und eine Kirsche als Finish: Frozé aus der Exer Bar.
Foto: Dominique Meienberg

In Zürich ist die Granita – eine sizilianische Spezialität mit sorbetähnlicher Konsistenz – leider (noch) Mangelware. Abhilfe schafft da das Granita-ähnliche Szenegetränk Frozé. Der Drink aus gefrorenem Rosé, dem meist Zuckersirup oder Zitronensaft beigefügt wird, wird wegen seiner matschigen Konsistenz auch als Slushie bezeichnet. Die Exer-Bar produziert und kühlt ihren Frozé in einer Walzenmaschine; zu Hause lässt er sich mit wenig Aufwand herstellen.

Hier gibt es Frozé:

Exer-Bar, Tellstr. 10, 8004 Zürich

Bar Central, Ankerstr. 65, 8004 Zürich

Sonne Am See, Seestr. 120, 8700 Küsnacht

Semifreddo

Mit Sommerfrüchten und Minze: Semifreddo aus der Cantinetta Antinori.
Mit Sommerfrüchten und Minze: Semifreddo aus der Cantinetta Antinori.
Foto: Dominique Meienberg

Das Semifreddo («Halbgefrorenes») ist auch unter dem Namen Parfait bekannt. Viele italienische Restaurants wie die Cantinetta Antinori führen den Klassiker. Dort gibt es derzeit ein Joghurt-Semifreddo mit Früchten . Das Dessert lässt sich gut vorab zubereiten und ist ideal, um damit Gäste zu überraschen.

Hier gibt es Semifreddo:

Cantinetta Antinori, Augustinergasse 25, 8001 Zürich

Pergola (Mocca-Parfait), Kanzleistr. 121, 8004 Zürich

Da Angela (Semifreddo Al Torrone), Hohlstr. 449, 8048 Zürich

Paleta

Pure Früchte: Paleta, das neue Eis am Stiel.
Pure Früchte: Paleta, das neue Eis am Stiel.
Bild: PD

Eine neue Generation von Wasserglaces erobert den Markt. Man nennt sie jetzt Ice Pops, Popsicles oder Paletas (wie in Mexiko). Eine Paleta besteht meist nur aus Früchten und ist damit vegan und glutenfrei. Mit Tutu’s und La Crema de la Crema (im Bild) gibt es gleich zwei Zürcher Produzenten solcher Stängelglaces. Wem sie zu gesund sind, der greife zu alkoholischen Varianten: Bei Crema de la Crema gibt es auch gefrorenen Tequila Sunrise oder Piña Colada.

Paletas gibt es hier:

La Crema de La Crema-Paletas bekommt man in Badis wie dem Utoquai, dem Freibad Letzigraben oder im Hecht-Café, am Hechtplatz. Mehr Verkaufsstellen unter www.lacremadelacrema.ch

Tutu’s Ice Pops, Seebad Enge, Primitivo am Letten oder in den Schminkbar-Filialen. Infos: www.tutus.ch

Bingsu

Unter diesem Schlagrahmhaufen versteckt sich dünn geraspeltes Eis.
Unter diesem Schlagrahmhaufen versteckt sich dünn geraspeltes Eis.
Foto: Andrea Zahler

Bingsu oder Patbingsu ist in koreanischen Cafes eine beliebte Sommerspeise. Es handelt sich um eine fein geschabte Masse aus gefrorenem Wasser oder Milch (auch Shaved Ice genannt). Traditionell wird Bingsu mit brauner Azukibohnenpaste gegessen. Die Schweizer Variante im Restaurant Miss Miu (Bild) kommt mit viel Schlagrahm daher. ­Darunter versteckt sich eine hauchdünn geraspelte, geeiste «Schneemasse». Im Miss Miu wird diese mit einer speziellen Maschine hergestellt.

Bingsu gibt es hier:

Miss Miu, Europaallee 48, 8004 Zürich

Cassata

Eisorten wie diese Cassata sind rar geworden. Nicht im Casa Ferlin.
Eisorten wie diese Cassata sind rar geworden. Nicht im Casa Ferlin.
Foto: Dominique Meienberg

Die Cassata ist eine aufwändig produzierte Schichttorte mit Ricotta und kandierten Früchten (Cassata Siciliana). In der Schweiz versteht man unter Cassata vor allem eine Glacetorte, auch bekannt als Cassata Milanese. Letztere ist herrlich altmodisch und enthält ebenfalls kandierte Früchte. Das hausgemachte Dessert aus der Casa Ferlin nach einem geheimen Familienrezept dürfte vielen gefallen – die kandierten Früchte sind kaum wahrnehmbar; geschmacklich dominieren Pinienkerne.

Hier gibt es geeiste Cassata:

Casa Ferlin Stampfenbachstr. 38, 8006 Zürich

Frozen Yogurt

Leicht säuerlich: Frozen Yogurt.
Leicht säuerlich: Frozen Yogurt.
Foto: Dominique Meienberg

Gefrorenes Joghurt löst zunehmend das Soft Ice ab; vermehrt sieht man in der Stadt Frozen-
Yogurt-Maschinen. Geeistes Joghurt ist sehr erfrischend, hat eine cremige Konsistenz und schmeckt säuerlich; der Fettgehalt ist zudem niedriger als bei einer Rahmglace. Derzeit gibt es in der Foodabteilung des Jelmoli einen Stand, bei dem man seine Joghurtglace mit Toppings wie etwa Smarties pimpen kann.

Hier gibt es Frozen Yogurt:

In der Foodabteilung des Jelmoli, Seidengasse 1, 8001 Zürich (bei schönem Wetter ist der Stand draussen beim Haupteingang), im neuen Café Duzis, Werdstr. 70, 8004 Zürich oder bei Mega Waffel, Langstr. 192, 8004 Zürich