Griezmanns Doublette führt Frankreich in den Viertelfinal

Antoine Griezmann hievt sich dank zwei Toren innert vier Minuten zum Matchwinner. Irlands früher Treffer bringt den EM-Gastgeber nicht aus der Ruhe.

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Frankreich benötigte nur gerade 3:46 Minuten, um aus einem 0:1 ein 2:1 zu machen. Antoine Griezmann nützte zwei Stellungsfehler der Iren eiskalt aus. Beim Kopfball zum Ausgleich aus rund elf Metern (57.) war der Offensivspieler von Atletico Madrid ungedeckt. 226 Sekunden später verlängerte Olivier Giroud im Luftduell mit zwei Gegenspielern den Ball in den Lauf von Griezmann, dieser verwertete mit links zum 2:1. Der Champions-League-Finalist hält nun bei drei Turniertreffern, was als letzter Franzose Zinédine Zidane 2004 geschafft hat.

Frankreichs Defensive nicht sattelfest

Der Sieger der Schweizer Gruppe A war im Duell mit den Iren vor allem nach der Pause ganz klar überlegen. Dass es bis zum Ausgleich 57 Minuten dauerte, erstaunte sehr. In der ersten Halbzeit und kurz nach Wiederanpfiff brachten sich die Franzosen mit teils erstaunlichen Problemen in der Innenverteidigung das eine oder anderen Mal selber in die Bredouille.

Irland gelang es, den Spielfluss immer wieder zu stören oder mit Fouls zu unterbrechen. Nach dem 1:2 wirkten die Boys in Green dann aber stehend k.o. Die Rote Karte gegen Shane Duffy nach dem Notbremse-Foul gegen Griezmann (66.) war diesbezüglich alles andere als förderlich. Frankreich vergab Chancen auf mindestens drei weitere Tore. Der erste Sieg in einem EM-K.o.-Spiel seit dem Titelgewinn 2000 geriet nie mehr in Gefahr.

Brady schockt Gastgeber in der zweiten Minute

Frankreich geriet so früh in Rückstand wie noch kein anderes Team an dieser EM. Ein Foul von Paul Pogba an Shane Long nach 58 Sekunden wurde als penaltywürdig taxiert, Robbie Brady verwertete aus elf Metern via Pfosten zum 1:0. Das Tor fiel nach 1:59 Minuten, es war das zweitschnellste der EM-Geschichte. Noch eher – nach 67 Sekunden - hatte der Russe Dimitri Kiritschenko 2004 gegen Griechenland getroffen.

Frankreich, das schon in der Vorrunde nicht reslos überzeugt hatte, zeigte auch gegen die kämpferisch wie immer tadellosen, aber technisch nicht überaus begabten Iren eine zwiespältige Vorstellung. Die Druckphasen waren ähnlich wie gegen die Schweiz imposant. Aber über längere Perioden wirkten die Bleus auch konzeptlos. Und die Verteidigung, die in den ersten drei EM-Spielen positiv überrascht hatte, war fragil. Vor allem Adil Rami machte wiederholt einen unkoordinierten Eindruck. Er wird wie Kanté im Viertelfinal am Sonntag im Stade de France gegen England oder Island gesperrt fehlen.

Frankreich - Irland 2:1 (0:1)
Lyon. - 56'279 Zuschauer. - SR Rizzoli (ITA).
Tore: 2. Brady (Foulpenalty) 0:1. 58. Griezmann 1:1. 61. Griezmann 2:1.
Frankreich: Lloris; Sagna, Rami, Koscielny, Evra; Pogba, Kanté (46. Coman/93. Sissoko), Matuidi; Griezmann, Giroud (73. Gignac), Payet.
Irland: Randolph; Coleman, Keogh, Duffy, Ward; Brady, McCarthy (72. Hoolahan), Hendrick, McClean (69. O'Shea); Long, Murphy (65. Walters).
Bemerkungen: Beide Mannschaften komplett. 66. Rote Karte gegen Duffy (Notbremse). 77. Lattenschuss von Gignac. Verwarnungen: 25. Coleman (Foul). 27. Kanté (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 41. Hendrick (Foul). 44. Rami (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 72. Long (Foul). (sda)

Erstellt: 26.06.2016, 17:13 Uhr

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