Nur Verlierer tragen Puma

Warum nicht einmal mehr Modemuffel auf die Marke aus Deutschland stehen. Eine Polemik.

Wirbt auch für Nissan oder Gatorade: 100-m-Weltrekordhalter Usain Bolt posiert für Puma vor den Olympischen Sommerspielen 2012 in London. Foto: Dylan Martinez (Reuters)

Wirbt auch für Nissan oder Gatorade: 100-m-Weltrekordhalter Usain Bolt posiert für Puma vor den Olympischen Sommerspielen 2012 in London. Foto: Dylan Martinez (Reuters)

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Journalisten zählen zur Berufsgruppe der Schlechtangezogenen. Das weiss ­jeder, der einmal einen Journalisten erblickt hat (die vom Fernsehen natürlich ausgenommen). Aber selbst diese Gattung tritt seit geraumer Zeit nicht mehr in Pumas auf. Mein Chef bildet die Ausnahme der Regel – allerdings nur gelegentlich. Und als Chef steht er ohnehin über solch modischen Fussnoten. Das Fussvolk hingegen weiss: Nur Verlierer tragen Puma.

Gut, unsere Nati, muss vertrags­bedingt damit auflaufen. Was sie von der Marke hält, und zwar schon seit einiger Zeit vor diesem Trikot-Gate, offenbarte sie in den sozialen Medien. Grinsten Shaqiri und Kollegen doch in der Nationalteamausrüstung breit ins Selfie und hielten dabei ihre Schuhmarke der Wahl hoch: Puma wars nicht, sondern der ­offenbar viel beliebtere Konkurrent mit dem Swoosh. Dieser hat im Gegensatz zum Katzenhersteller auch die wichtige «Street Credibility». Will heissen: Diese Marke wird auch von den Kids goutiert und fleissig gekauft. Wers nicht glaubt, soll einmal die eigenen ­Kinder oder ­Zugewandte fragen.

Warum die stilsicheren Italiener?

Darum nützt Puma selbst Rihanna nichts. Die Sängerin versucht sich seit vergangenem Jahr als Kreativdirektorin des Unternehmens. Wenn allerdings ­davor selbst wahre Designstars wie ­Alexander McQueen oder Jil Sander aufliefen, kann ein Popstar garantiert keinen Bestseller liefern.

Fenty Puma by Rihanna. Video: Puma

Rätselhaft bleibt, warum sich die eigentlich stilsicheren Kicker aus Italien für Puma entschieden haben. Ansonsten scheint die Marke auf Sportstars fast schon toxisch zu wirken. Oder können Sie – ohne nachzudenken – einen grossen Namen mit Puma in Verbindung bringen? Wer lange genug hirnt, kommt irgendwann auf 100-m-Weltrekordhalter Usain Bolt. Aber der wirbt daneben ja auch für Nissan oder Gatorade. Der verunsicherte Leser mit Puma-Vorliebe fragt sich nun vielleicht, was er sonst anziehen soll. Da gibt es nur eine richtige Antwort (für Männer und Frauen jenseits der 35): Turnschuhe gehören nicht dazu – egal, wie die Marke heisst.

Erstellt: 21.06.2016, 07:20 Uhr

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