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Klarer ZSC-Sieg im CupEntschlossene Zürcher fackeln nicht lange

Die ZSC Lions stehen im Cup-Halbfinal. Dies dank eines von A bis Z nie gefährdeten 8:0-Sieges beim Swiss-League-Club Langenthal.

Der Anfang vom frühen Ende Langenthals:  ZSC-Stürmer Chris Baltisberger trifft nach knapp drei Minuten zum 0:1.
Der Anfang vom frühen Ende Langenthals: ZSC-Stürmer Chris Baltisberger trifft nach knapp drei Minuten zum 0:1.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Cup-Sensationen kleinerer und grösserer Art enthalten meist die gleichen Zutaten: der Kleine und sein Goalie, die über sich hinauswachsen, und der Grosse, der das Ganze gemächlich angeht und entsprechend patzt. Und weil in Langenthal von all dem nichts vorhanden war, lag in der Eishalle Schoren für das Heimteam gegen die ZSC Lions auch nie so eine Sensation im Bereich des Möglichen.

Ja, der Swiss-League-Club war zu Beginn willig und liess sich selbst von einem schnellen ersten Dämpfer nicht entmutigen. Auch nach Chris Baltisbergers frühem 0:1 nach knapp drei Minuten agierte der SC Langenthal zunächst so, wie er in der Runde zuvor ebenso eine Sensation gegen den EV Zug (2:1 nach Verlängerung) geschafft hatte: sehr bissig, aggressiv und hart in den Zweikämpfen.

Kaum Chancen zugelassen

Den EVZ frustrierte Langenthal damit gegen die Lions gelang das nur in einzelnen Shifts. Der Unterklassige kam nach dem frühen 0:1 zu vereinzelten Chancen vor ZSC-Ersatzgoalie Ludovic Waeber. Doch dann traf Denis Hollenstein mitten in der besten Phase des Heimteams zum 0:2 und erhöhte Luca Capaul kurz vor Ende des Startdrittels in seinem allerersten Spiel für die ZSC Lions. Da war alles schon klar.

«Wir sind nicht Favorit», hatte Langenthals Sportchef Kevin Schläpfer vor dem Spiel geulkt. Er hoffe, dass sein Team die kleinen Chancen, die es habe, nutze, dann könne etwas drinliegen. Eine an diesem Abend seltene Zürcher Fahrlässigkeit zeigte im Mitteldrittel gut auf, dass aber eben wirklich nichts so war, um überhaupt einen Hauch von Spannung aufkommen zu lassen.

Denn als Langenthals Captain und Urgestein Stefan Tschannen nach einem abgefangenen Querpass von ZSC-Verteidiger Tim Berni gemeinsam mit Vincenzo Küng alleine auf Waeber ziehen konnte, kam es nicht einmal zu einem Schuss aufs ZSC-Tor – zu umständlich versuchten die beiden Langenthaler Stürmer, diesen 2-gegen-0-Konter zu Ende zu spielen.

Die bedauernswerte Nummer 3

Es fehlten also fast alle Zutaten für die Cup-Sensation. Und um das Ganze für Langenthal noch komplizierter zu machen, geschah ab dem Schlussdrittel noch dies: Andri Henauer, der erst 18-jährige Goalie Langenthals, hatte sich kurz vor der zweiten Pause bei einem Zusammenstoss mit Chris Baltisberger verletzt, und so kam Nick Imhof zu einem völlig unerwarteten Einsatz gegen ein NL-Team.

Imhof wurde im SCL gross und ist derzeit nur wegen der Verletzung des Stammgoalies Pascal Caminada im Kader. Imhof blieb in seiner Karriere bislang derart unter dem Radar, dass er nicht einmal auf Eliteprospects.com erfasst ist, der Internet-Datenbank, die so gut wie jeden Eishockeyaner mit eigener Statistikseite führt …

Imhofs Pech: Kraft, Wille und Gegenwehr liessen bei seinen Vorderleuten nach; der bedauernswerte Goalie wurde bis zum 0:8-Schlussresultat noch und noch im Stich gelassen und entsprechend von den allesamt ungedeckt vor ihm auftauchenden Garrett Roe, Reto Schäppi, Sven Andrighetto, Berni (per Shorthander) und Patrick Geering bezwungen. Die Lions fackelten nicht lange und zogen ihr Ding mehr oder weniger konsequent durch.

Telegramme:

Langenthal – ZSC Lions 0:8 (0:3, 0:0, 0:5)

SR Stricker/Hürlimann, Huguet/Wermeille. – Tore: 3. Chris Baltisberger (Roe) 0:1. 13. Hollenstein (Chris Baltisberger, Pius Suter) 0:2. 18. Capaul (Pettersson) 0:3. 44. Roe (Andrighetto) 0:4. 48. (47:46) Schäppi (Prassl, Phil Baltisberger) 0:5. 49. (48:25) Andrighetto (Roe, Chris Baltisberger) 0:6. 58. (57:09) Berni (Pius Suter/Unterzahltor!) 0:7. 59. (58:57) Geering (Hollenstein, Phil Baltisberger) 0:8. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Langenthal, 3mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. – Bemerkungen: Die ZSC Lions ohne Wick, Noreau, Diem (alle verletzt) und Krüger (krank).

Ambri-Piotta – Fribourg-Gottéron 1:2 (0:1, 0:1, 1:0)

30 Zuschauer. – SR Wiegand/Urban (AUT), Cattaneo/Kehrli. – Tore: 16. Desharnais (Sprunger, DiDomenico/Powerplaytor) 0:1. 31. DiDomenico 0:2. 60. (59:16) Zwerger (Nättinen, Fora) 1:2 (ohne Torhüter). – Strafen: je 2 Minuten.