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Angeklopft beim höchsten ZürcherEr freute sich auf viele Anlässe – es kam anders

Als «höchster Zürcher» wäre das Jahr 2020 für Roman Schmid aus Opfikon ein sehr geselliges geworden. Übrig geblieben sind fast nur Pflichtveranstaltungen. Das erste Türchen unseres Adventskalenders.

Mit Glanzresultat gewählt: Roman Schmid (SVP) im Mai 2020 bei seiner Wahl im Mai zum Kantonsratspräsidenten.
Mit Glanzresultat gewählt: Roman Schmid (SVP) im Mai 2020 bei seiner Wahl im Mai zum Kantonsratspräsidenten.
Foto: Urs Jaudas

So hatte sich Roman Schmid sein Jahr als Kantonsratspräsident nicht vorgestellt. Als klar wurde, dass er im Mai 2020 das Amt als «höchster Zürcher» antreten werde, hat er sich zusammen mit seiner Frau gerüstet, damit Beruf, Familie, Pflicht und Kür des hohen Amtes nebeneinander Platz haben.

Von Beruf ist der 35-Jährige Gartenbautechniker, er ist Vater zweier kleiner Kinder, die Pflicht besteht im Vorbereiten und Leiten der Ratssitzungen und die Kür in der Teilnahme an unzähligen grösseren und kleineren Veranstaltungen als Ehrengast.

35 statt 250 Anlässe

Rund 250 Anlässe besucht ein Kantonsratspräsident oder eine Kantonsratspräsidentin in der Regel während des Amtsjahres. «Ich habe mich sehr darauf gefreut», sagt SVP-Politiker Schmid, der mit einem Spitzenresultat gewählt wurde und in Opfikon wohnt. «Besonders gespannt war ich auf die Eishockey-WM und das ZKB-Jubiläum.» Es sei schon klar gewesen, wann er an diesen Anlässen was zu tun und etwas zu sagen habe.

Überhaupt hätte er gerne Kanton auf und Kanton ab viele Menschen getroffen. Doch dann hagelte es wegen Corona lauter Absagen. Statt an 250 werde er bis Ende Amtsjahr wohl an etwa 35 Anlässen teilnehmen, schätzt er.

Viel Pflicht, wenig Kür

Dafür nimmt die Pflicht mehr Raum ein. Die Ratssitzungen, die in der Oerliker Messehalle stattfinden, sind aufwendiger. So mussten etwa bis vor kurzem die Stimmen noch von Hand ausgezählt werden. Dazu kommen diverse dringliche Vorstösse, die direkt auf die aktuelle Situation reagieren. «Für mein erklärtes Ziel, den Traktandenberg abzubauen, ist das nicht förderlich», sagt Schmid.

Wenig Auftritte, kaum Reden. Und doch hatte er bisher in gewisser Weise mehr zu sagen als viele seiner Vorgängerinnen und Vorgänger: Schon zweimal kam es nämlich bei wichtigen Abstimmungen zum Stichentscheid. Fadengerade versenkte er den Puck im Tor der politischen Gegner.