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Führungswechsel Er führte das Museum in die Zukunft

Andreas Spillmann hört nach 14 Jahren als Direktor des Nationalmuseums auf.

Er versteht unter Geschichte mehr als Hellebarden: Der abtretende Direktor des Nationalmuseums Andreas Spillmann
Er versteht unter Geschichte mehr als Hellebarden: Der abtretende Direktor des Nationalmuseums Andreas Spillmann

Foto: Keystone

Eine Zahl allein reicht, um die Erfolgsgeschichte des Nationalmuseums in den letzten 14 Jahren zu veranschaulichen: Mit dem Amtsantritt von Andreas Spillmann als Direktor hat die Museumsgruppe – dazu gehört das Chateau de Pragins bei Nyon, das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz und das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis – die Zahl der Besucherinnen und Besucher von 137’000 auf 370’000 jährlich erhöhen können.

Dies war eine direkte Folge einer auf Aktualität ausgerichteten Ausstellungspolitik unter Spillmann: Geschichte verstand und versteht er nicht als Ansammlung von Hellebarden in schlecht ausgeleuchteten Hallen, sondern als gelebte Gegenwart. Das hat die Leute angezogen und machte das Landesmuseum in Zürich zum meistbesuchten kulturhistorischen Museum der Schweiz.

Wichtige Ausstellungen wurden unter Andreas Spillmann ausgerichtet: «Karl der Grosse und die Schweiz» (2013), «Marignano» (2015), «1917 Revolution. Russland und die Schweiz» oder die aktuell laufende Schau über «Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter». Aber auch Ausstellungen, die sich mehr mit Kulturphänomenen beschäftigen, stiessen auf grosses Echo, sowohl bei der Presse als beim breiten Publikum: «Dada Universal» von 2016 oder unvergesslich «Mani Matter» (2011). Spillmann hatte auch Erfolg, weil er ein kompetenes Kuratorenteam um sich versammeln konnte.

Umbau und Neubau

In diesem Sommer konnte auch die langjährige Gesamtsanierung des Landesmuseums durch das Architekturbüro Christ & Gantenbein abgeschlossen werden. Bereits 2016 war der ebenfalls von ihnen entworfene Erweiterungsbau eröffnet worden. Ein guter Zeitpunkt also, um das sehr gut laufende Haus in andere Hände zu übergeben. Andreas Spillmann will sich mit 61 Jahren aus freien Stücken noch einmal einer ganz neuen Herausforderung widmen. Für seine Nachfolge ab Frühjahr 2021 wurde bereits eine Findungskommission eingesetzt.

5 Kommentare
    Rolf Raess

    Der Spillmann hat ein totes Magazin zum Leben erweckt…