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Tipps für eine MetzgeteEr träumt vom Schwein und isst Blutwurst

Im November ist die Hochzeit für feinste Schweinereien. Wer nicht warten mag, stellt selber eine kleine Schlachtplatte zusammen.

Wie im Märchen: Blut- und Leberwurst leben in Freundschaft zusammen.
Wie im Märchen: Blut- und Leberwurst leben in Freundschaft zusammen.
Foto: PD

Kratzt man an einem Städter, kommt bald der Bauer hervor. Das beste Beispiel ist die Metzgete. Da wird durchs ganze Jahr die Multikulti-Küche gelebt, im Spätherbst wollen aber alle Gnagi, Schnörrli, Schwänzli und Co. essen, am liebsten zusammen mit Öpfelstückli. Vielleicht ist das ein alter Reflex auf die Zeiten, als vor dem Winter geschlachtet werden musste, jedenfalls: Den Städter ziehts zum Schwein. Und die Städterin natürlich auch.

Das gilt auch in meinem Fall. Ich habe noch nie einer Sau was zuleide getan, bin aber erblich vorbelastet. Mein Grossvater war gelernter Metzger, ab und zu hat er in der Küche Blutwürste gemacht, was ein Fest für alle war. Und Onkel Kurt, der ging als Störmetzger von Hof zu Hof. Manchmal träumte ihm, wie er sagte, von den Schweinen, die er abgestochen hatte. Zur Metzgete nahm er jeweils ein Foto mit, das ihn an einer Jugenddemo in den Fünfzigerjahren zeigte. Er trug eine Tafel, auf der stand: «Ohne Wurst und Speck hat das Leben keinen Zweck.»

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