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Captain im 1.-Liga-ClubIhm fehlen die Kollegen

Flavio Peter ist leidenschaftlicher Fussballspieler. Nun lernt er kochen. Und geht wegen Corona die Wand hoch. Das zweite Türchen unseres Adventskalenders.

Flavio Peter spielt seit sieben Jahren beim FC Wettswil-Bonstetten, der im Cup auch schon gegen ganz Grosse wie den FC Basel antrat.
Flavio Peter spielt seit sieben Jahren beim FC Wettswil-Bonstetten, der im Cup auch schon gegen ganz Grosse wie den FC Basel antrat.
Foto: PD

Seit über einem Monat ist Flavio Peter nun zu Hause. Homeoffice und Distance-Learning für sein Wirtschaftsstudium an der Hochschule Luzern. Das Daheimhocken ist nicht seine Lieblingsbeschäftigung, denn der 24-jährige Fussballer braucht Bewegung. Seit seiner Kindheit ist er fast tägliches Training gewohnt. Erst beim FC Luzern, dann beim FCZ und nun beim FC Wettswil-Bonstetten.

Im Moment muss sich Flavio mit Squash, Badminton und Boxen begnügen. Dazu hat er mit Bouldern begonnen – Klettern an der Kletterwand. Doch ersetzen kann das den Fussball nicht: «Ich vermisse vor allem meine Kollegen.» Bereits zum zweiten Mal wurde die Meisterschaft wegen Corona unterbrochen. Im Frühling wurde sie sogar ganz abgebrochen, was Flavio ärgerte, denn seine Mannschaft hatte gute Aufstiegschancen.

Hoffen auf den Aufstieg

Auch jetzt führt Wettswil-Bonstetten die Rangliste an, und Flavio sagt: «Ich hoffe, dass wir diesmal in die Aufstiegsspiele kommen.» Sieben Jahre spielt er nun schon für den Säuliämtler 1-Liga-Club und ist zum Captain aufgestiegen. Der Verein ist ihm ans Herz gewachsen: «Nach den Spielen verschwinden die Spieler nicht in alle Himmelsrichtungen, sondern schwatzen noch etwas mit den Zuschauern. Diese Verbundenheit ist schön.»

Seit zwei Jahren spielt sein zwei Jahre älterer Bruder Nicola in der gleichen Mannschaft. Damit ist ein alter Traum wahr geworden, denn das hat sich Flavio schon beim FC Luzern gewünscht. Damals spielte Nicola bereits in der U-18-Mannschaft, er noch in der U-16. Im Elternhaus in Knonau, wo Flavio heute mit seinem ältesten Bruder und mit einem Fussballkollegen wohnt, gibt es weder Kerzen noch Adventskalender.

«So was ist in unserer Männer-WG nicht vorgesehen», lacht Flavio, «auch wenn es die Freundinnen gerne hätten.» Dafür wird hier etwas häufiger gekocht als früher, zum Beispiel Fajitas oder Thaicurry. «Denn auswärts essen ist echt mühsam geworden.»