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Verschreiber auf GedenktafelErst gerade gesetzt, nun muss Zürcher «Stolperstein» ausgetauscht werden

Ein Verein hat vergangene Woche als Erinnerung an Schweizer KZ-Häftlinge die ersten Stolpersteine in Zürich eingesetzt. Schon jetzt muss einer ersetzt werden: wegen eines Schreibfehlers.

Beer statt Berr: Der falsche Nachname auf dem Stolperstein sei ein Fehler in der Produktion gewesen, teilt der Verein Stolpersteine Schweiz mit.
Beer statt Berr: Der falsche Nachname auf dem Stolperstein sei ein Fehler in der Produktion gewesen, teilt der Verein Stolpersteine Schweiz mit.
Foto: Urs Jaudas

Stolpersteine auf den Strassen Zürichs erinnern seit vergangener Woche an den Nazi-Terror in der Schweiz. Der kürzlich gegründete Verein Stolpersteine Schweiz hat sie eingesetzt. An der Claussiusstrasse sind zwei Steine Lea Berr und ihrem Sohn Alain gewidmet. 1944 wurden die beiden verhaftet und in Auschwitz ermordet. Der Nachname des Sohns ist jedoch falsch geschrieben: Beer statt Berr. «Es ist ein Fehler in der Produktion gewesen», teilt der Verein auf Anfrage mit. Bereits sei ein neuer Stolperstein beim deutschen Künstler Gunter Demnig bestellt, der diese in Handarbeit fertigt.

In 26 europäischen Ländern gibt es Stolpersteine. Seit vergangenem Freitag auch in Zürich.
In 26 europäischen Ländern gibt es Stolpersteine. Seit vergangenem Freitag auch in Zürich.
Foto: Urs Jaudas

Gunter Demnig entwickelte zu Beginn der Neunzigerjahre die Steinwürfel, die heute in vielen Ländern Europas an die Opfer des Holocausts erinnern. Sie stehen immer dort, wo diese zuletzt gewohnt haben. 2019 haben Autoren eine Liste mit Schweizer KZ-Häftlingen veröffentlicht. Gut 400 Opfer des NS-Regimes hatten das Schweizer Bürgerrecht, weitere 300 wurden in der Schweiz geboren. Daran sollen die Stolpersteine in Zürich erinnern.