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Karagounis erlangt Heldenstatus – Lamento in Polen und Russland

Dank ihren 1:0-Siegen qualifizieren sich Griechenland und Tschechien für die Viertelfinals. Co-Gastgeber Polen und Russland scheiden aus.

Musste in der zweiten Halbzeit oft retten: Polens Torwart Przemyslaw Tyton.
Musste in der zweiten Halbzeit oft retten: Polens Torwart Przemyslaw Tyton.
Reuters
Schoss die Tschechen in die Viertelfinals: Tschechiens Petr Jiracek (l..) lässt sich von Milan Baros feiern.
Schoss die Tschechen in die Viertelfinals: Tschechiens Petr Jiracek (l..) lässt sich von Milan Baros feiern.
Reuters
Viele Chancen aber kein Tor: Russlands Alexander Kerschakow.
Viele Chancen aber kein Tor: Russlands Alexander Kerschakow.
Reuters
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Ohne brillant aufzuspielen schaffte Tschechien gegen Polen den wichtigen Sieg. Dass dem Treffer des Wolfsburger Petr Jiracek ein Fehlpass des Polen Rafal Murawski vorausging, war bezeichnend. Die Polen kamen je länger der Match dauerte, desto weniger mit dem Druck zurecht. Erstmals seit 1982 hätten sie in die Viertelfinals einer Endrunde einziehen können.

Dabei hatte die Polen die Partie mit viel Elan begonnen. Zwanzig Minuten lang überrannten sie die tschechische Abwehr. Die Bundesligaspieler Jakub Blaszczkowski, Robert Lewandowski, Sebastian Boenisch und Eugen Polanski tauchten innerhalb kürzester Zeit gefährlich vor Petr Cech auf, vergaben ihre Chancen aber zum Teil leichtfertig. Der Co-Gastgeber konnte das Tempo aber in der zweiten Halbzeit nicht halten. So bekamen die Tschechen die Partie in den Griff. Vor allem nach Standardsituation sorgte das tschechische Team für Gefahr. Jaroslav Plasil fand in der 65. Minuten mit seinem Freistoss den Kopf von Tomas Sivok. Polens Keeper Tyton wehrte mit einem Reflex ab.

Die dritte nennenswerte Torchance des Europameisters von 1976 brachte das entscheidende Tor. Jiracek schloss einen Konter der Tschechen in der 73. Minute nach einer Vorlage von Milan Baros problemlos ab. Polen konnte nicht mehr reagieren und kam erst in der Schlussminute noch zu einer Torchance.

Griechenland überrascht Russland

Griechenland hat für die bisher grösste Überraschung der EM gesorgt. Die Europameister von 2004 erreichten in Warschau durch ein 1:0 gegen das anfänglich so spektakulär aufspielende Russland die Viertelfinals. Die Russen sind damit ausgeschieden.

Der goldene Treffer unmittelbar vor der Pause und schon in der Nachspielzeit war eher entgegen dem Spielverlauf gefallen, hatten doch die Russen nach anfänglichen Schwierigkeiten die Partie immer besser in den Griff bekommen. Anstatt aber mindestens mit dem torlosen Unentschieden die Seiten zu wechseln, präsentierten sie den Griechen geradezu die Einladung zum Führungstreffer: Sergej Ignaschewitsch leitete einen Einwurf per Kopf fälschlicherweise nicht nach vorne sondern seitlich nach hinten weiter und lancierte damit Karagounis.

Der Spielmacher von Panathinaikos Athen liess sich nicht lange bitten, zog los und bezwang Wjatscheslaw Malafejew. Der 35-jährige Karagounis krönte damit seinen ohnehin besonderen Abend ganz speziell. Er bestritt gestern sein 120. Spiel im Dress der hellenischen Landesauswahl und hat damit den nationalen Rekord eingestellt. Karagounis stand in seinem Rekordmatch auch anschliessend im Zentrum, der schwedische Schiedsrichter Eriksson versagte ihm allerdings die mögliche Krönung. Als sich Griechenlands Nummer 10 stark durchtankte und im Strafraum zu Fall kam, taxierte der Ref dies als Schwalbe, obwohl der Kontakt mit dem Bein des Verteidigers zweifelsfrei bestand. Statt des möglichen Penaltys und der Chance zum 2:0 wurde Karagounis verwarnt, was ihn auch die Teilnahme am möglichen Viertelfinal kostet, da er vorbelastet war.

Ideenlose Russen

In der Folge verliessen bei Griechenland mit Karagounis und Gekas zwei offensive Leute den Platz, während Russland den Druck verstärkte. Dick Advocaats Spielern fehlte aber die Leichtigkeit. Die knapp 20'000 russischen Fans im Nationalstadion von Warschau hatten nur noch einmal Torjubel auf den Lippen, als ein Kopfball des schon dreifachen Torschützen Alan Dsagojew ganz knapp am Pfosten vorbeisegelte (82.). Auch die Hereinnahme von Roman Pawljutschenko anstelle von Kerschakow nach der Pause brachte nichts, von Andrej Arschawin kamen zudem zu wenige Impulse. Beklagen dürfen hätte sich auch niemand über einen zweiten griechischen Treffer: Ein Freistoss von Georgios Tzavellas prallte von der Latte zurück (70.).

Als Schiedsrichter Eriksson die Partie abpfiff, brachen in Warschau alle Dämme. Während die Russen konsterniert den Rasen verliessen, stürmten die griechischen Auswechselspieler und Staff-Mitglieder auf den Platz und bejubelten den ersten Sieg im sechsten EM-Spiel nach dem Titelgewinn 2004. Allen voran Siegestorschütze Georgios Karagounis, der die Partie massiv geprägt hatte und nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt worden war.

si/ot

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