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SBB müssen 150 Personen evakuierenEurocity-Zug bleibt im neuen Ceneri-Tunnel stecken

Eine technische Störung an einem Reisezug führte am Montag zu einer Panne im brandneuen Basistunnel. Weil das Bremssystem blockiert war, konnte der Zug nicht abgeschleppt werden.

In Ceneri-Basistunnel ist es bei der zweiten kommerziellen Probefahrt zu einer Panne gekommen.
In Ceneri-Basistunnel ist es bei der zweiten kommerziellen Probefahrt zu einer Panne gekommen.
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Zu Beginn der kommerziellen Probefahrten im neuen Ceneri-Basistunnel ist am Montag der zweite Zug im neuen Bauwerk stecken geblieben. Die SBB evakuierten rund 150 Reisende in einem Extrazug aus dem Tunnel.

Grund für die Panne sei eine technische Störung an dem Eurocity-Zug gewesen, teilten die SBB auf ihrer Internetseite mit.

Die Tunneldurchfahrt des ersten Zuges, der um 6.04 Uhr in Chiasso Richtung Norden abfuhr, verlief den Angaben zufolge problemlos. Der zweite Zug, der Zürich um 7.10 Uhr Richtung Mailand verliess, blieb stecken. Das technische Problem sei unabhängig vom Tunnel aufgetreten, schrieben die SBB.

3 Kommentare
    Sacha Meier

    «…Weil das Bremssystem blockiert war, konnte der Zug nicht abgeschleppt werden.» Blockierte Bremsen dürfte es es in modernen, gut gewarteten Zügen gar nicht mehr geben. Das sind eigentlich Rechenzentren auf Spurkranzrädern, bei denen alle vitalen Systeme überwacht und im Notfall überbrückt werden können. So müssen sogar Federspeicherbremsen notgelöst werden können. Gibt sonst von der ERA gar keine Betriebsbewilligung in der EU - was schlecht für einen EuroCity ist. Ist auch irgendwie sehr vernünftig, weil es im Brandfall überaus sinnvoll ist, wenn ein Zug bis zur nächsten Notausstiegstelle vorrücken kann - statt dass die Passagiere umkommen. Nicht umsonst heisst der für vitale Systeme zuständige Computer in Zügen mit ETCS-Zugsicherung «European Vital Computer» (EVC). Der muss genau so sicher dafür sorgen, dass der Zug vor geschlossenen virtuellen Signalen hält, wie auch, dass der Fahrer keine Höchstgeschwindigkeiten überschreitet, oder in Tunnels, oder auf Brücken nicht am falschen Ort hält, wenn die Notbremse gezogen, oder die Bremsleitung durch ein Leck entleert wird. Wie verheerend es sein kann, wenn eine Bahn bei einem Brand im Tunnel nicht mehr bewegt werden kann, zeigte der Unfall an der Gletscherbahn in Kaprun im Jahre 2000. Bei den SBB Immobilien AG mit angehängtem Bahnnebengeschäft ist allerdings alles möglich. Wirklich alles. Darum bin ich seit meiner Beanstandung des tödlichen pneumatischen Einklemmschutzes an den EW nur noch als zahlender Passagier geduldet.