Das Schweizer
Tenniswunder

Wie es eine kleine Nation schaffte, im Weltsport eine Schlüsselrolle zu spielen.

Ein Federer-Fan thront am US Open 2007 über allen.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Doch dass er diesen tat und wo diese Reise hinführen würde, konnte Heinz Günthardt nicht ahnen, als er im Mai 1976 im zarten Alter von 17 Jahren beim reputierten Sandplatzturnier in Rom antrat. Der schmächtige Zürcher überstand die Qualifikation, ja sogar die erste Runde des Hauptturniers und war stolz auf die sieben ATP-Punkte, die er dafür erhielt. Sieben ATP-Punkte? Was das bedeutete, wussten damals weder er noch die Verantwortlichen beim Schweizer Tennisverband. Günthardt schmunzelt und stellt fest: «Man kann sagen, dass die Schweiz damals noch sehr weit von der Weltspitze entfernt war.»

Umso erstaunlicher ist, welchen Weg sie in diesem globalen, so umkämpften Sport seitdem zurückgelegt hat. Seit 1997 war das kleine Alpenland in 18 Saisons nur einmal nicht in einem Grand-Slam-Final vertreten (2013). Günthardt, Hlasek, Rosset, Hingis, Schnyder, Federer und Wawrinka, um nur die Prominentesten zu nennen, machten sich auf zu einem Siegeszug um die Welt. 23 Grand-Slam-Titel im Einzel bei Frauen und Männern, 511 Wochen (fast 10 Jahre) mit einer Nummer 1, 180 Turniersiege auf der ATP- und WTA-Tour (115 und 65) sowie Olympiagold im Einzel und im Doppel durften die helvetischen Tennisfans bejubeln. Der Davis-Cup-Triumph im Final gegen Frankreich wäre die Krönung dieser goldenen Ära.

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Doch wie konnte es so weit kommen? Wir neigen dazu, überall nach Kausalitäten zu forschen, um die komplexe Welt greifbar zu machen. Man könnte beispielsweise sagen: Hätte Roger Brennwald nicht an den Händen gefroren, als er in den Sechzigerjahren im Winter in der Mustermesse Basel Tennis spielte, es hätte nicht die Swiss Indoors gegeben und dort den Ballboy Roger Federer – und vielleicht auch nicht den Weltstar. Hätte Pionier Günthardt nicht den Weg geebnet für weitere Schweizer, Jakob Hlasek wäre vielleicht Eishockey- statt Tennisprofi geworden. Hätte Martina Hingis nicht auf der Weltbühne brilliert, Ivan Bencic wäre nicht auf die Idee gekommen, seine Tochter Belinda auf Tennis zu trimmen.

Der Pionier: Als der Zürcher Heinz Günthardt in den 70er-Jahren auszog, um die Tenniswelt zu erobern, wusste man in der Schweiz noch nicht einmal, was ein ATP-Ranglistenpunkt ist.

Heinz Günthardt nach seinem Turniersieg 1980 in Gstaad.

Als Jakob Hlasek und Marc Rosset 1992 mit ihrem Triumphzug verblüfften, war die Schweiz eine kleine Tennisnation. «Schöne Weihnachten», spöttelte Jim Courier, nach den Finalchancen der Gäste gefragt.

Sturdza, Rosset und Hlasek nach dem verlorenen Final 1992.

Auch die Frauen spielten eine wichtige Rolle beim Schweizer Tenniswunder. «Wunderkind» Martina Hingis gewann fünf Grand-Slam-Titel, Patty Schnyder war lange die beste Linkshänderin.

Schnyder, Gagliardi, Hingis nach dem Finaleinzug 1998 im Fed-Cup.

Doppeltes Glück: Stan Wawrinka und Roger Federer holten 2008 in Peking zusammen Olympiagold und spielen auch im Davis-Cup Seite an Seite.

Wawrinka und Federer, gefeiert am Davis-Cup 2008 in Lausanne.

Interessant ist, dass die erfolgreichsten Schweizer ganz unterschiedliche Geschichten erzählen können. Federer ist das Paradebeispiel dafür, wie ein Verband im Idealfall ein Ausnahmetalent herausbringt. Er war 13, als er das Elternhaus verliess, um in Ecublens VD im nationalen Förderprogramm auf die Karte Tennis zu setzen, Heimweh inklusive. Hingis wurde von ihrer Mutter Melanie Molitor schon zum Champion gedrillt, als ihr Racket sie noch überragte. Wawrinka schlug mit Familienfreund Dimitri Zavialoff mit 15 im spanischen Castelldefels, einem Küstenort in der Nähe Barcelonas, seine Trainingsbasis auf. Hlasek nahm erst mit 13 erstmals einen Schläger in die Hand, ganz zufällig. Da hatten andere schon Millionen von Bällen geschlagen.

Für René Stammbach, den Präsidenten von Swiss Tennis, gibt es aber einen allgemeingültigen Erklärungsansatz: «Die Privatinitiative ist der Schlüssel. Nicht nur im Sport, auch in der Wirtschaft sind wir ein Land, das von der Privatinitiative lebt.» Man verlasse sich in der Schweiz nicht darauf, dass es zentrale Institutionen für einen richteten, sondern werde selber aktiv. Als jüngstes Beispiel nennt er Belinda Bencic. Hätte nicht Marcel Niederer, ein Jugendfreund ihres Vaters, gegen eine Million Franken in ihre Karriere investiert, sie wäre heute nicht die jüngste Spielerin in den Top 35 der Welt. Und natürlich mussten auch die Eltern Federer viel Zeit und Geld – im Alter zwischen 13 und 17 rund 30 000 Franken jährlich – aufwenden, um ihn bei seinem Traum vom Tennisprofi zu unterstützen.

Die Schweiz war, als Günthardt gegen Ende der Siebzigerjahre international auf sich aufmerksam machte, noch weit weg von der grossen Tenniswelt. Aber sie bot einen fruchtbaren Boden für diesen Sport. Wohl nirgends auf der Welt seien die Clubs und Courts so gut über das Land verteilt wie hier, sagt Günthardt. «Man kann fast überall mit dem Velo zum Tennisclub fahren.» Swiss Tennis weist 3663 Tennisplätze aus, davon 628 in der Halle. Gemäss einer Studie der Sozialforscher Lamprecht/Stamm sind aber nur 59 Prozent aller Courts dem Verband angeschlossen – man kommt also auf ein Total von über 6000 Plätzen. Das ist, verglichen mit Deutschland oder Frankreich, für die Grösse des Landes eine ansehnliche Zahl. Der grosse Pluspunkt ist aber die geografische Verteilung.

Der Spieler

«Viel hat mit Glück zu tun»

Die Zürcher Tennislegende Heinz Günthardt analysiert die Schweizer Erfolgsjahre.

Der Funktionär

«Die Schweiz ist ein Tennisland»

René Stammbach, Präsident von Swiss Tennis über die goldene Ära des Schweizer Tennis.

Zur guten Infrastruktur kommt eine bemerkenswerte Dichte an Coachs. «Dass wir ein Hochpreisland sind, führte dazu, dass sehr viele gute ausländische Trainer in die Schweiz kamen, weil man hier mit Tennislektionen gutes Geld verdienen kann», erläutert Günthardt. Stammbach präzisiert: «Wir haben heute über 15 000 ausgebildete Personen, vom Jugendsportleiter bis zum professionellen Coach. So sind die Voraussetzungen gut, dass Talente an die richtigen Personen geraten.» Eine wichtige Rolle spielten vor allem zu Beginn die Exiltschechoslowaken, die aus einer reichen Sporttradition schöpfen konnten – auch im Tennis mit Ausnahmespielern wie Jaroslav Drobny oder Jan Kodes.

Das geflüchtete Know-how

Die emigrierten Tschechoslowaken hätten einen ganz anderen Wind hineinngebracht, sagt Günthardt, der von Nationaltrainer Svatopluk Stojan betreut wurde. «Er war keiner, der mir technisch Grossartiges hätte beibringen können. Aber er sorgte für einen kompetitiven Geist, der sich motivierend auswirkte. Sehr viel lief bei ihm über Disziplin. Man trainierte nicht nur für morgen, sondern auf ein grosses Fernziel hin.» Melanie Molitor machte dies mit ihrer Tochter, die in Kosice zur Welt kam, exemplarisch. Die Familie Hlasek emigrierte aus Prag. Auch Adolf «Seppli» Kacovsky, Federers erster Coach, stammt aus der ehemaligen Tschechoslowakei. «Nach 1968 hatten wir hier plötzlich eine grosse Menge an geflüchtetem Know-how», stellt Stammbach fest.

Günthardt, der heutzutage zwischen den grossen Tennisturnieren, dem nationalen Leistungszentrum in Biel und seiner Familie in Schweden pendelt, glaubt, dass gerade der Mix von Kulturen in der Schweiz ein wichtiger Erfolgsfaktor gewesen sei. «Wenn verschiedene Einflüsse zusammenkommen, setzt sich meistens das Gute der jeweiligen Kulturen durch.» Kürzlich habe er eine Liste gesehen, bei der Schweden und die Schweiz ex aequo die Nummern 1 und 2 bezüglich Innovationskraft seien. «Schweden ist ein Einwanderungsland, bei dem kontrovers diskutiert wird, ob man die Einwanderung beschränken soll. Wie die Schweiz.»

Schlüsselmomente des Schweizer Tennis

Natürlich würden auch andere Faktoren mitspielen wie die politische Stabilität und der Wohlstand eines Landes. Aber aufs Tennis gemünzt, glaube er: «Wenn ich es schaffe, gewisse ausländische Komponenten in ein System zu integrieren, das so gut funktioniert wie das schweizerische, weil wir so gut organisiert sind und so diszipliniert, habe ich eine sehr potente Mischung.» Hingis, Federer, Hlasek, Wawrinka oder Bencic sind alles Beispiele für die Symbiose verschiedener Kulturen. Und man müsse ja nur das Fussball- Nationalteam anschauen, um seine These zu belegen, sagt Günthardt.

Doch der Zürcher ist kein Verfechter absoluter Aussagen. Seit 45 Jahren wirkt er im Tennis, und es sei gerade das Reizvolle dieses Sports, dass er nicht zu fassen sei. Hätte die Schweiz das Patentrezept gefunden, um Champions herauszubringen, die grossen Tennisnationen könnten die helvetischen Verhältnisse studieren, mit viel mehr Mitteln und Spielern nachbilden und würden alles dominieren. «Zum Glück funktioniert das nicht», sagt Günthardt. Auch Olympiasieger Marc Rosset hat sich viele Gedanken gemacht über die helvetische Erfolgsgeschichte. Aber er ist zu keiner griffigen These gelangt. Nach den Gründen gefragt, schaut der Genfer in den Himmel und sagt: «Das muss man dort oben fragen.»

20 Höhepunkte des Schweizer Tennis

1966

Die Schweiz erreicht dank eines rasanten Wachstums in der Nachkriegszeit die fünftgrösste Tennisplatzdichte der Welt – auf 180 Einwohner kommt ein Court. Zum 70-Jahr-Jubiläum des Tennisverbands werden 375 Clubs mit 35᾽000 Mitgliedern gezählt.

1970

Roger Brennwald veranstaltet in seiner Ballonhalle in Muttenz zum Abschluss der Wintersaison ein Turnier. Der Deutsche Klaus Berger triumphiert – es ist die Geburtsstunde der Swiss Indoors, des heute grössten jährlich stattfindenden Sportanlasses der Schweiz.

12. Februar 1978

Als «Lucky Loser» angetreten, gewinnt Heinz Günthardt in Springfield, Massachusetts, als erster Schweizer ein ATP-Turnier. Die Weltnummer 221 schlägt im Final den topgesetzten Amerikaner Harold Solomon 6:3, 3:6, 6:2.

17. Juli 1983

Im Zürcher Albisgüetli spielen während einer Woche 39 Länderteams den Fed-Cup aus, den Teamwettbewerb der Frauen. Weil der Anlass so erfolgreich ist, organisiert René Stammbach 1984 ein WTA-Turnier. Das Event lockt bis 2008 Jahr für Jahr die besten Frauen nach Zürich.

30. November 1988

Mit Jakob Hlasek nimmt erstmals ein Schweizer am Masters teil, den «Weltmeisterschaften» der acht besten Männer. Er schlägt im Madison Square Garden Agassi und Lendl, die Weltnummern 3 und 2, ehe er im Halbfinal an Boris Becker scheitert.

4. Juli 1992

Steffi Graf gewinnt mit einem Finalsieg über ihre grosse Rivalin Monica Seles zum vierten Mal Wimbledon. Und das mit Heinz Günthardt als ihrem neuen Coach. Der Zürcher führt Graf insgesamt zu 12 ihrer 22 Grand-Slam-Titel im Einzel.

8. August 1992

Marc Rosset wird in der glühenden Hitze Barcelonas mit einem hart erdauerten Finalerfolg über Jordi Arrese (Sp) Olympiasieger. Es ist die einzige helvetische Medaille dieser aus Schweizer Sicht völlig missglückten Olympischen Spiele.

4. Dezember 1992

Marc Rosset und Jakob Hlasek fordern am Davis-Cup-Final in Fort Worth, Texas, die Amerikaner. In hitziger Atmosphäre unterliegen sie dem US-Dream-Team mit Agassi, Sampras, McEnroe und Courier 1:3. Rosset holt den einzigen Punkt.

7. Juni 1996

Marc Rosset spielt sich am French Open als erster Schweizer in einen Major-Halbfinal, unterliegt dort aber Michael Stich 3:6, 4:6, 2:6. Der Genfer, der sich gegen den späteren Sieger Jewgeni Kafelnikow gute Chancen gegeben hätte, trauert jener Partie noch heute nach.

25. Januar 1997

Im Final des Australian Open deklassiert Martina Hingis die Französin Mary Pierce 6:2, 6:2 und wird zur ersten Schweizer Grand-Slam-Siegerin. In jenem Jahr erringt sie drei von vier Major-Titeln, verpasst nur das French Open (Finalniederlage gegen Iva Majoli).

31. März 1997

Martina Hingis wird nach dem Turniersieg in Key Biscayne mit 16 Jahren und 8 Monaten die jüngste Nummer 1 im Frauentennis. Diese Rangierung hat sie insgesamt 209 Woche inne.

7. Juli 1998

Der 16-jährige Roger Federer, der gerade das Juniorenturnier Wimbledons gewonnen hat, gibt in Gstaad sein Profidebüt. Er unterliegt dem Argentinier Lucas Arnold 4:6, 4:6, der kurzfristig für Tommy Haas (Magenprobleme) nachgerückt ist.

19. September 1998

In Genf sind die Schweizerinnen Martina Hingis und Patty Schnyder im Fed-Cup-Final gegen Spanien leicht favorisiert. Doch sie verlieren 2:3. Hingis gewinnt beide Einzel, Schnyder unterliegt zweimal knapp – fürs entscheidende Doppel reicht die Kraft nicht mehr.

20. Oktober 2002

Patty Schnyder feiert an der Swisscom Challenge in Kloten den grössten Sieg ihrer Karriere. Als 1:85-Aussenseiterin ins Turnier gestiegen, ringt sie im Final Lindsay Davenport 6:7, 7:6, 6:3 nieder, wobei sie im zweiten Satz sogar einen Matchball abwehrt.

6. Juli 2003

Der Beginn des Siegeszuges von Roger Federer: Im Final seines Lieblingsturniers Wimbledon schlägt der Baselbieter den Australier Mark Philippoussis 7:6, 6:2, 7:6 und feiert damit seinen ersten von bisher 17 Grand-Slam-Titeln.

2. Februar 2004

Als erster Schweizer Mann übernimmt Roger Federer nach dem Triumph am Australian Open die Nummer 1 in der Weltrangliste. Mit bis dato 302 Wochen an der Spitze hält er den Rekord.

16. August 2008

An den Olympischen Spielen in Peking scheitern Roger Federer und Stan Wawrinka im Einzel beide früh. Doch zusammen werden sie je länger, desto stärker, holen Olympiagold im Doppel.

7. Juni 2009

In Paris gewinnt Federer endlich auch das French Open, das ihm von den Majors noch gefehlt hatte. Er schlägt im Final Robin Söderling, der Rafael Nadal eliminiert hatte. In der Profiära (seit 1968) haben nur Agassi, Federer und Nadal an allen vier Grand Slams gesiegt.

5. Juli 2009

Mit dem sechsten Wimbledon-Sieg jagt Roger Federer seinem früheren Idol Pete Sampras auch die wichtigste Bestmarke im Tennis ab: Er ist nun mit 15 Major-Titeln der alleinige Rekordhalter.

26. Januar 2014

Stan Wawrinka gewinnt in Melbourne völlig überraschend das Australian Open. Auf dem Weg zu seinem ersten Grand-Slam-Titel schlägt er Novak Djokovic, Tomas Berdych und im Final Rafael Nadal – die Weltnummern 2, 7 und 1.

Was kommt nach Roger Federer?

Eine Frage wird René Stammbach viel öfter gestellt als jede andere: Was kommt nach Roger Federer? Der Präsident von Swiss Tennis pflegt zu antworten, zuerst solle man sich daran freuen, was man an Federer habe. Aber natürlich weiss der Aargauer, dass er daran gemessen wird, was nach Federer sein wird. Und er verspricht: «In sechs bis acht Jahren haben wir wieder einen Top-10-Spieler.» Das ist, natürlich, ein weiter Horizont. Nach Federer und Wawrinka klafft bei den Männern ein grosses Loch. Von den Jungen wird Marko Osmakcic (16) und Johan Nikles (17), beide N2 klassiert, das Potenzial für die Top 100 attestiert. Doch ihr Weg an die Weltspitze ist noch weit.

Stammbach ist überzeugt, die richtigen Massnahmen eingeleitet zu haben. Unter anderem 2010 mit dem Ausbau des Leistungszentrums in Biel und der dortigen Eröffnung einer Akademie, die auch Ausländern offensteht. Die Idee, auf den gleichen Courts sowohl das Leistungszentrum wie eine unabhängige Akademie zu unterhalten, erklärt Heinz Günthardt: «Mit der Akademie erzeugen wir in Biel eine künstliche Grösse, die wichtig ist. Dadurch generieren wir viele Sparringspartner für unsere Talente.» Als Chef Technik pro Jahr rund 100 Tage für Swiss Tennis im Einsatz, fügt Günthardt an: «Ich will keine leeren Plätze sehen. Es muss in Biel eine Atmosphäre herrschen, die ansteckt.»

Die Talente im privaten Umfeld unterstützen

Stammbach ist ein Pragmatiker, der internationale Allianzen schmiedet, immer wieder neue Geldquellen erschliesst und vom Dogma wegkam, Talente müssten stets unter der Obhut von Swiss Tennis stehen. «Mir ist egal, wo jemand gut wird», sagt er. Es mache keinen Sinn, Spieler aus einem funktionierenden Umfeld herauszureissen. Also unterstütze man sie auch mit Geld oder anderen Leistungen. Die Karrieren von Belinda Bencic oder Stefanie Vögele etwa wurden in den letzten Jahren stark finanziert. Nicht immer bringt das aber den Erfolg, wie das Beispiel Henri Laaksonens zeigt. Die Stärke von Swiss Tennis sei, dass man die grössten Talente viel spezifischer begleiten könne als die grossen Verbände, erklärt Günthardt. Er sagt aber auch: «Hoffentlich bleiben uns Roger und Stan noch einige Zeit erhalten.»

Ausbildungszentrum und Akademie: Biel soll eine Tennisfabrik sein. (Bild: Keystone)