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Trauminstrumente von MusikernExtreme Flöten und normale Gitarren

Sechs Zürcher Musikerinnen und Musiker erzählen, welches Instrument sie gerne beherrschen würden.

Nicht jede Musikkarriere begann mit diesem Blasinstrument: Eine Flötistin.
Nicht jede Musikkarriere begann mit diesem Blasinstrument: Eine Flötistin.
Bild: Imago/Westend61/Kniel Synnatzschk
  • Ronald Dangel
    «Manchmal denke ich: Gitarre wäre grossartig. Man kann sie etwas einfacher mitnehmen als meinen Kontrabass. Ich könnte musizieren, wo immer ich grad bin, und alles begleiten, vom Kinderlied bis zum Schlager. Natürlich liebe ich meinen Kontrabass. Er ist das harmonische Fundament, das ist eben gewichtig. Doch ich werde im Zug ständig auf den Kontrabass angesprochen. Über die Musik redet man dann zwanzig Sekunden, danach zwanzig Minuten über die Sorgen im Leben. Eine Gitarre könnte ich unbemerkt im Mantelfach verstauen und einfach ungestört ein bisschen meinen Gedanken nachhängen.»
    Ronald Dangel spielt Kontrabass im Tonhalle-Orchester.

«Ich besitze ja jede Art von Flöte, in die man irgendwie reinhusten kann.»

Esther Pitschen
  • Esther Pitschen
    «Mit meinem Piccolo balanciere ich auf der Spitze der Pyramide. Ich wäre aber auch gerne das Fundament. Ich mag die tiefen Klänge so sehr und hätte am liebsten Cello spielen gelernt. Als Kind hatte ich jedoch eine schwache Lunge. Meine Eltern dachten wohl, dass ein Blasinstrument mir guttun würde. Nun, ich mag alle Instrumente, meins liebe ich natürlich besonders. Ich besitze ja jede Art von Flöte, in die man irgendwie reinhusten kann. Aber auch eine Handorgel, ein Banjo, ein Klavier, eine Zither, eine Ukulele, eine Gitarre… mein Musikzimmer platzt aus allen Nähten.»
    Esther Pitschen spielt die zweite Flöte / Piccolo im Tonhalle-Orchester.
  • Sarah Verrue
    «Manchmal sitze ich mit meiner Harfe im Orchester und höre einfach zu. Dann bin ich ein bisschen neidisch auf meine Kolleginnen und Kollegen: Immer wenn es herrlich laut wird, kann ich nämlich nicht mitmachen. Mit fünfzehn hab ich deshalb mal Bratsche zu spielen
    begonnen, ich liebe das Instrument und seinen warmen Klang bis heute. Und wer weiss, was aus mir ge­worden wäre, wenn ich als
    acht­jähriges Mädchen nicht die ‹Aristocats› gesehen hätte? Im Zeichentrickfilm gibt es die Szene, in der eine Katze die andere verführt, untermalt von ­Harfenklängen. Da wars um mich geschehen.»
    Sarah Verrue spielt Harfe im Tonhallen-Orchester.
  • Rebeca Olvera
    «Die Gitarre ist mein Trauminstrument! Sie ist leicht, aber gleichzeitig kräftig und stabil. Man kann mitsingen, was man bei einer Flöte oder Harmonika nicht machen kann, und sie ist extrem vielseitig. Irgendwann werden wir zusammen sein, du meine platonische Liebe! Inzwischen werde ich andere Leute ganz eifersüchtig ansehen, wenn sie dich spielen, und geduldig warten, bis du in meinen Armen sein kannst.»
    Rebeca Olvera ist Sängerin am Opernhaus Zürich.

«Alle anderen in der Schule durften in den Blockflötenunterricht. Nur ich nicht.»

Dadaglobal
  • Dadaglobal
    «Blockflöte. Da ich als Pianist und Cellist Tasten- sowie Saiteninstrument spiele, bleiben da noch die Bläser. Alle anderen in der Schule durften in den Blockflötenunterricht. Nur ich nicht. Die Blockflöte hat so etwas Rurales an sich. Fast schon zerbrechlich, aber gleichzeitig roh. Sie kann sehr lyrisch sein. Oder einen direkt ins Pandemonium schicken. Am liebsten hätte ich die Subgrossbassblockflöte und Garkleinblockflöte – ich liebe die Extrema.»

    Der Produzent Dadaglobal hat kürzlich sein neues Album «Pudel» veröffentlicht.
  • Julie Palloc
    «Mein Herz schwankt zwischen dem Violoncello mit seiner Sensibilität und seinem romantischen Klang und einem winzigen, überaus gefühlsvollen Instrument, das jeder in sich trägt und täglich benutzt – zwei kleine, magische Bänder, die unsere ganze Freude, unsere Traurigkeit, Lachen und Wut ausdrücken können: die Stimme. Gibt es etwas Reicheres, als mit dieser Stimme Theater, Tragödie und Musik miteinander zu vereinen? Was könnte aufregender sein, als jeden Abend auf der Bühne als Carmen, Isolde, Mimì, Norma oder Tosca zu sterben? Weil man sich geliebt hat, sich gerächt hat, jemanden betrogen hat, um dann unter dem Beifall des
    Publikums zu neuem Leben erweckt zu werden?»
    Julie Palloc ist Harfenistin der Philharmonia Zürich am Opernhaus Zürich.