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US-NotenbankerFed-Mitglied schlägt «wirklich harten» Lockdown für die USA vor

Der US-Notenbanker Neel Kashkari prognostiziert der US-Wirtschaft eine starke Erholung, aber nur, wenn das Coronavirus unter Kontrolle gebracht werde.

Das Mitglied der US-Notenbank Fed, Neel Kashkari, sieht Vorteile in einem harten Lockdown für die USA, als ein ständiges Verschärfen und Lockern von Coronavirus-Massnahmen. (Archivbild)
Das Mitglied der US-Notenbank Fed, Neel Kashkari, sieht Vorteile in einem harten Lockdown für die USA, als ein ständiges Verschärfen und Lockern von Coronavirus-Massnahmen. (Archivbild)
Keystone/Manuel Balce Ceneta

Die durch die Coronavirus-Krise schwer angeschlagene US-Wirtschaft könnte von einem vier bis sechs Wochen langen «wirklich harten» Lockdown im Land letztlich profitieren. Dies geht aus einer Einschätzung des US-Notenbankers Neel Kashkari vom Sonntag hervor.

Der Wirtschaft könne eine starke Erholung gelingen, aber nur, wenn das Coronavirus unter Kontrolle gebracht werde, sagte der Präsident der Fed von Minneapolis am Sonntag dem Sender CBS.

«Wenn wir das nicht tun, und wenn wir nur dieses grassierende Virus haben, das sich im ganzen Land ausbreitet mit wiederholten Ausbrüchen und lokalen Lockdowns in den nächsten ein oder zwei Jahren, was durchaus möglich ist, werden wir viele, viele weitere Firmenpleiten erleben.» Dann werde die Erholung für alle sehr viel langsamer vonstattengehen, warnte Kashkari.

Ressourcen für Unterstützung vorhanden

Zum Streit zwischen den Demokraten im US-Kongress und dem US-Präsidialamt über neue Coronavirus-Hilfen sagte Kashkari, das Land könne sich grosszügige Hilfen für Arbeitslose erlauben. Dank der hohen Sparquote müssten die USA ihr Haushaltsdefizit nicht durch Auslandsverschuldung finanzieren. «Das heisst tatsächlich, dass wir als Land viel mehr Ressourcen haben, um die zu unterstützen, die entlassen wurden.»

Die Coronavirus-Krise hat in den USA einen Konjunktursturz ausgelöst und wirft die grösste Volkswirtschaft der Welt um Jahre zurück. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpfte im zweiten Quartal um auf das Jahr hochgerechnet 32,9 Prozent. Bereits zu Jahresbeginn war ein dickes Minus von fünf Prozent zu verzeichnen. Konsum, Investitionen und Exportwirtschaft litten im Frühjahr stark unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie, die angesichts der vielen Neuinfektionen längst nicht ausgestanden ist.

SDA/chk

7 Kommentare
    Sacha Meier

    Mit einem Lockdown verhält es sich gleich, wie mit der Energie: Auch wenn ein Land jährlich fossile Energie im Wert von 30 Mia. Batzen jährlich importiert, kann es trotzdem nicht auf PSW- und P2G-gepufferte Höhensolarenergie mit Kosten von 100 Mia. Batzen umsteigen, weil niemand diese riesige Investition auf einen Schlag finanzieren kann. Ganz zu schweigen von den Kosten für die unzähligen energiejuristischen und ökonomischen Studien. Die Importkosten fallen ja genau beim Bedarf an - und schmerzen darum nicht. Genau so wenig kann die moderne westliche Konsumdienstleistungswirtschaftsgesellschaft einen Lockdown 2.0 in den USA (oder sonstwo) stemmen - obwohl sie sich anschliessend ja schneller erholen könnte. Dazu kommt, dass die Asiaten objektiv gesehen intelligenter sind, als der ROTW (Rest Of The World). Fast in allen wichtigen natur- und ingenieurwissenschaftlichen, sowie medizinischen Publikationen sind heute chinesische, japanische und koreanische Namen dominant, weil der Westen sich deindustrialisiert, MINT-analphabetisiert und konsumverblödet hat. Ganz nach dem Vorbild des altern Roms. Darum dürften die Asiaten wohl die Pandemie mit minimalen Blessuren überstehen, während Europa, USA, Australien, Neuseeland, Afrika und Indien wohl noch einige Millionen Coronatote zusammenbringen werden. Bis ein wirksamer Impfstoff, oder Medikament entwickelt und produziert werden wird. Und das kann noch eine Weile dauern.