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Kolumne von Tamara FunicielloFeminismus bedeutet mehr als Gleichstellung

Frauen die Chancen auf dieselbe Ausbeutung im kapitalistischen Hamsterrad zu geben wie den Männern, reicht nicht mehr. Es braucht jetzt eine feministische Revolution.

Essenzielle Arbeit wird grossmehrheitlich gratis oder unter miserabler Entlöhnung sowie enormem Zeitdruck geleistet: Frauenstreik in Zürich (14. Juni 2019).
Essenzielle Arbeit wird grossmehrheitlich gratis oder unter miserabler Entlöhnung sowie enormem Zeitdruck geleistet: Frauenstreik in Zürich (14. Juni 2019).
Foto: Walter Bieri (Keystone)

Endlich hat auch das Schweizer Frauenstimmrecht einen runden Geburtstag erreicht – und wir, Frauen, Feminist*innen, Töchter und Mütter, schauen zurück. Zum Vergleich: Österreich feierte 2018 hundert Jahre Frauenstimmrecht. 2021 feiern wir 50 Jahre; dank Frauen wie Emilie Gourd, Antoinette Quinche oder der ehemaligen SP-Ständerätin Emilie Lieberherr, die nicht lockerliessen. Sie wollten die Frauen rechtlich den Männern gleichgestellt sehen. Das war ihre Vision.

Nach und nach führten sie das Frauenstimmrecht in den Gemeinden ein, und sie warfen den Bettel nicht hin, als die Schweizer Männer im Februar 1959 das Frauenstimmrecht ablehnten. Viel zu wichtig, viel zu grundsätzlich war dieses demokratische Anliegen der sogenannten ersten feministischen Welle, der Suffragetten und Egalitätsfeminist*innen. Auf den Schultern dieser stolzen Gigantinnen baut unser heutiger Kampf. Ein Kampf, der sich weiterentwickelt hat; inklusiver und differenzierter wurde. Anders als vor 50 Jahren und als bei den liberalen Feminist*innen sind unsere Ziele radikaler und vielfältiger.

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