Zum Hauptinhalt springen

Sweet Home: Schweizer Bed & BreakfastFerien auf dem Hasenberg

Die Hasenberg Lodge ist nur eine Stunde von Zürich entfernt – und doch wähnt man sich weit weg in einer anderen Welt.

Als mir Michelle Corrodi im letzten Jahr die Bilder von ihrer Hasenberg Lodge schickte und mich anrief, war ich sofort begeistert: von den starken Fotos von Bruno Augsburger, der stilvollen Einrichtung und von Michelle selbst. Am Telefon hörten wir kaum mehr auf zu plaudern. Sie erzählte mir so viele spannende Geschichten und wir tauschten uns aus über das Wohnen und Einrichten. Sie meinte, es kommen dann noch andere Bilder und ich solle doch warten. So habe ich gewartet, die schöne Lodge kurzzeitig vergessen und jetzt zum Hasenfest wieder hervorgeholt. Und schon wieder telefonierten wir und wieder wurde aus dem kleinen Info-Anruf ein langer Schwatz. Michelle meinte, wenn ich noch ein wenig warten würde, dann gäbe es auch noch Bilder vom Swimmingpool und vom Garten. Doch ich fand, genau jetzt, an diesem hoffentlich sonnigen Osterwochenende, passt eine so schöne Schweizer Feriengeschichte perfekt. Denn die Sehnsucht nach einem Tapetenwechsel steckt wohl gerade in uns allen!

Michelle Corrodi und ihr Partner, Roger Zogg, sind beide Architekten. Roger sei auch Jäger, erzählt sie mir, und hier in den Bergen über dem Walensee, wo sich die Lodge befindet, aufgewachsen. Die Lodge entstand aus seinem Elternhaus, einem Chalet aus den Siebzigerjahren. Neben seinem Elternhaus hat Roger in den Neunzigerjahren sein eigenes Haus gebaut, in dem das Paar lebt. «Ein wenig im Stil des amerikanischen Architekten Richard Meier», beschreibt Michelle es mir. Als die beiden dort Freunde zu Besuch hatten, welche wiederum andere Freunde aus dem Ausland mit dabei hatten, wollten diese das Chalet gerne mieten. So kam dem Paar die Idee, daraus ein Feriendomizil zu kreieren. Da beide Architekten sind und Michelle auch noch eine Weile Interiordesign in London studierte, sind sie dieses Projekt mit viel Enthusiasmus angegangen.

Sie steckten aber nicht nur ihr Können in den Umbau und in die Gestaltung der Räume, sondern auch viel Zeit, Geduld und Herzblut. Obschon beide Architekten sind, arbeiten sie unterschiedlich. Michelle stützt sich stark auf Strategie und Konzept, Roger arbeitet auch mit dem Gefühl und will erst einmal sehen, wie etwas aussieht, bevor er weitergeht oder die Möbel platziert. Das Haus haben sie in zwei Bereiche geteilt, die man einzeln und nach Wunsch auch zusammen mieten kann. Das untere Geschoss hat den Namen «Basislager» bekommen, das obere «Gipfelglück».

Im «Gipfelglück» hat der Wohnraum grosse Kastenfenster, die alle dramatisch schöne Aussichten bieten. Sie sind eingerahmt von Simsen und Regalen, was dem grosszügigen Raum auf modernste Art viel Gemütlichkeit und Wärme gibt. Die Gastgeber Michelle Corrodi und Roger Zogg mit Jagdhund AC – benannt nach Rogers Lieblingsband ACDC – haben es sich hier auf einem dieser Simse gemütlich gemacht.

Die Aussicht ist betörend und immer wieder anders. Die dramatische Landschaft des Walensees und seiner Berge verändert sich mit dem Licht, der Tageszeit, dem Wetter und hilft beim Abschalten vom Alltag. Die Hasenberg Lodge wirkt wie weit weg in einer anderen Welt und ist doch nur eine knappe Reisestunde von Zürich entfernt.

Die Idylle, die das Paar auf dem Land kreierte, ist eine moderne. Weder Nostalgie noch kitschige Romantik findet man in der Hasenberg Lodge, sondern die Behaglichkeit und Entspanntheit, welche starkes Design und gekonnte Innenarchitektur vermitteln.

Diese lässt den Gästen Raum zum Atmen, zum Wohnen, Sein und Abschalten vom eigenen Alltag. Alle diese fantastischen Einzelstücke, von den Corbusier-Sesseln, über die Saarinen-Stühle bis zur Alessi-Teekanne, haben die beiden in aufwändiger Suche auf Onlineplattformen erstanden. «Wir haben alles über Ricardo oder Tutti ersteigert. Einzig die Matratzen und Wäsche kauften wir neu.»

Auch die Kunst, die Leuchten und diese adretten Gervasoni-Beistelltische, die als Nachttische dienen, sind Vintagestücke, welche die beiden online ersteigert haben.

Das Badezimmer im «Gipfelglück» hat noch die selben Kacheln wie in Rogers Kindheit. Die Gestaltung zeigt sich nun aber leichter und moderner als damals.

Die beiden Etagen sind über eine neu eingebaute Wendeltreppe aus Beton verbunden. Hier im Eingangsbereich steht ein Safari-Stuhl von Wilhelm Kienzle und auf einem weissen Sockel Kunst von Daniel Egli. Die Wand ist in Messingpanels eingekleidet.

«Dieser kleine Arbeitsraum im Erdgeschoss war in Rogers Kindheit ein Schopf mit Hasenstall», erzählt mir Michelle. Er wurde rundum mit Seekiefer-Mehrschichtplatten ausgekleidet und bietet durch ein kleines Fenster Aussicht auf einen üppigen Busch Hortensien und den Swimmingpool.

Das Gartengeschoss, also die Wohnung «Basislager», ist zu einer grosszügigen Loft geworden. Hier fliessen die Bereiche wie Wohnen, Essen und Kochen harmonisch ineinander. Das Steinbockregal von Ibride haben die beiden einmal für eine Messe gekauft. Denn aus Rogers Jägerei ist das Gourmetlabel «Wilde 13» entstanden, mit Delikatessen wie Trockenfleisch, Salami und anderen Würsten. Darüber hinaus beliefern sie auch bekannte Köche wie Sven Wassmer, Andreas Caminada oder Silvio Germann mit Frischfleisch. Diese Köstlichkeiten können auch die Gäste der Hasenberg Lodge bekommen. Ebenso besteht die Möglichkeit, einen Jagdausflug mit Roger zu machen – nach dem Motto: «Wildnis statt Wellness».

Die kuschelige Wohnecke begeistert mit einem grossen, weichen Gervasoni-Sofa, einem Rietveld-Sessel von Cassina und einem gestreiften Teppich. Michelle und Roger haben alles auf Onlineplattformen ersteigert und schweizweit auch selbst abgeholt. Gar die tollen Bilder sind solche Fundstücke. Abgegrenzt haben sie den Wohnbereich mit einem lichtdichten Samtvorhang von 4Spaces.

Dieser ist auf der Küchenseite Berghimmelblau und so was wie ein Bühnenbild für den Werkschrank von Bulthaup, der zur Werkbankküche b2 gehört und auch online ersteigert wurde. «Sie waren nicht billig», erklärt Michelle, «aber entschieden günstiger als brandneu».

Trotz der Grosszügigkeit des Raumes ist durch das geschickte Platzieren der schönen Möbel und Accessoires viel Wohnlichkeit entstanden.

Im Bad hat das Architektenpaar mit Kacheln in einem koketten Mustermix gespielt und zeigt, wie schön das auch mit strengen Linien und grafischer Anmutung geht.

Fast ein bisschen wie in den Seventies wirkt das Schlafzimmer des Basislagers. Das hat viel mit den unterschiedlichen Leuchten zu tun, die jede für sich stark und einzigartig ist.

Die Bed&Breakfast-Apartments der Hasenberg Lodge können Sie hier buchen: Hasenberg Lodge.