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Missbrauch von Corona-HilfenFinanzkontrolle mahnt: Kurzarbeit soll Entlassungen verhindern

Der Bund erhielt über 250 mögliche Missbrauchs-Meldungen. 100 Firmen bezogen Kurzarbeitsentschädigungen, obwohl sie ihre Tätigkeit schon vor der Krise eingestellt hatten.

Die Kurzarbeitsgesuche gingen bei den Schweizer Kantonen gleich kistenweise ein. Einzelne meldeten dabei falsche Beschäftigungsgrade oder entliessen trotz der Corona-Hilfen Angestellte während der Pandemie.
Die Kurzarbeitsgesuche gingen bei den Schweizer Kantonen gleich kistenweise ein. Einzelne meldeten dabei falsche Beschäftigungsgrade oder entliessen trotz der Corona-Hilfen Angestellte während der Pandemie.
Foto: Keystone

Die Eidgenössische Finanzkontrolle sieht in ihrem dritten Zwischenbericht zu den Hilfen für die Bewältigung der Covid-19-Pandemie keine grösseren Missbräuche. Bei der Kurzarbeitsentschädigung mahnt sie aber an, dass diese eigentlich Entlassungen verhindern sollte.

Auch rügt sie, dass Kurzarbeitsentschädigungen an Firmen entrichtet wurden, die ihre Tätigkeit bereits vor der Krise eingestellt hatten, wie ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht zu entnehmen ist. Bei 100 Firmen war das der Fall. Zusätzlich fand die EFK ein Dutzend vor Ende Juli liquidierte Firmen.

Insgesamt gab es bei der EFK 134 Meldungen möglichen Missbrauchs. Davon erhielten 92 Firmen über 40 Millionen Franken. 125 weitere gingen beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ein. Fast alle Fälle betreffen falsch gemeldete Beschäftigungsgrade, meistens im Handel, Verkauf und in der Reparatur von Motorfahrzeugen sowie im Gesundheitssektor.

Das Seco und die Vollzugsstellen haben bereits Massnahmen ergriffen. Dass die Kurzarbeitsentschädigung drohende Entlassungen verhindern soll, sollte auch auf Firmen angewendet werden, die während der Pandemie Leute entliessen.

SDA

1 Kommentar
    pascuale bond

    Die Finanzkontrolle mit Chef Ueli Maurer hat die Dimensionen einfach nicht gesehen.

    Völlig naiv haben die satten Beamten unter ihrem Chef gewurstelt und es ist noch immer nicht gut.

    Dabei haben die Alarmglocken seit anbeginn Sturm geläutet, die Warnungen konnte man nicht übersehen.

    Nun ja, 1'000'000en Franken gehen Flöten bezw. in's Ausland, die naiven Schweizerbehörden träge, satt und ratlos.

    Die Nutzniesser bezw. Betrüger haben Spass auf Kosten der Steuerzahler.

    Konsequenzen? Wahrscheinlich keine, ausser vielleicht, sie hätten vor dem Bundeshaus die Parkzeit überzogen...