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Riss in AbwasserbeckenFlorida ruft Umwelt-Notstand aus

Wegen des Risses drohen rund zwei Milliarden Liter mit Phosphor und Stickstoff belastete Abwässer auszulaufen – und dadurch eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle. Einsatzkräfte versuchen nun, eine Umweltkatastrophe zu verhindern.

Ein undichtes Abwasserbecken in Florida könnte zu einem Desaster führen.
Video: AFP/WFTS

Nach der Entdeckung eines Lecks im Abwasserbecken eines früheren Phosphat- und Düngemittelwerks im US-Bundesstaat Florida versuchen Einsatzkräfte, eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Wegen des Risses drohen Medienberichten zufolge rund zwei Milliarden Liter mit Phosphor und Stickstoff belastete Abwässer auszulaufen.

Floridas Gouverneur Ron DeSantis rief für den betroffenen Bezirk Manatee County, rund 40 Kilometer südlich von Tampa, den Notstand aus. «Es geht darum, eine katastrophale Flut zu verhindern», sagte er am Sonntag (Ortszeit) nach einem Flug über das Gebiet.

Im Falle eines totalen Bruchs der Beckenwand könnte dies eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle auslösen, warnte der Verwaltungschef des Bezirkes, Scott Hopes. In der nicht besonders dicht besiedelten Umgebung wurden bereits rund 300 Häuser geräumt und eine Autobahn teilweise gesperrt. Etwa 350 Häftlinge eines nahe gelegenen Gefängnisses seien in die oberen Stockwerke verlegt worden, berichteten örtliche Medien.

Im Falle eines totalen Bruchs der Beckenwand könnte dies eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle auslösen: Die Becken im Gebiet von Piney Point. (3. April 2021)
Im Falle eines totalen Bruchs der Beckenwand könnte dies eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle auslösen: Die Becken im Gebiet von Piney Point. (3. April 2021)
Foto: Tiffany Tompkins/The Bradenton Herald (Keystone)

Das Abwasser in dem Becken im Gebiet von Piney Point habe zwar einen höheren Gehalt an Phosphor und Stickstoff, es sei aber weder giftig noch radioaktiv, teilte Floridas Umweltbehörde nach Medienberichten mit. Allerdings könne dies zu einer erhöhten Algenbildung und somit zu Fischsterben führen. Die Befürchtung sei zudem, dass ein Kollaps dieses Reservoirs andere Becken mit gefährlicheren Rückständen in dem Areal in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Der Riss in dem etwa 33 Hektar grossen und acht Meter tiefen Becken war bereits vergangene Woche festgestellt worden. Seitdem bemühen sich Experten, Wasser aus dem Reservoir abzupumpen. Auch die Nationalgarde ist im Einsatz. Versuche, den Bruch abzudichten, waren bislang erfolglos, wie es weiter hiess.

SDA

51 Kommentare
    Hans Minder

    Wer sich ueber das Phosphor-Auffangbecken in Florida wundert, der soll einmal die "Hanford Site in Washingon-State" Googlen. Dort liegen seit 1960 etwa 200 000m3 radioaktiven Wassers in Stahltanks, die Lecks haben. Alle Versuche, diesen potentiellen GAU zu entschaerfen sind bisher mislungen.

    Amerika ist halt nicht Europa. Hier werden manchmal Dinge angepackt, auch wenn man keine Langzeiterfahrungen oder Loesungsansaetze zu ihrer Beseitigung hat. Dies gilt auf materieller wie auch kulturell/moralischer Ebene. Europa koennte von den Fehlern der USA lernen. Allerdings scheint dies nur in materieller Hinsicht zu klappen.