Nationalrat soll Lebensmittel-Müll verringern

In der Schweiz fallen pro Jahr und Einwohner rund 300 Kilogramm Food-Waste an. Zu viel, sind sich Bürgerliche und Linke einig.

Krumme Rüebli, Peperoni mit Flecken: Gemüse an einer Aktion gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in Basel.

Krumme Rüebli, Peperoni mit Flecken: Gemüse an einer Aktion gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in Basel. Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Soll sich der Bund mit Food-Waste befassen? Die Wissenschaftskommission des Nationalrats findet: ja. Die Nationalräte werden deshalb – voraussichtlich am nächsten Mittwoch – dem Bundesrat den Auftrag geben, die Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern und dazu die entsprechenden Gesetze anzupassen.

Damit will die Kommission das Wegwerfen von Lebensmitteln, Food-Waste also, vermeiden oder zumindest minimieren. Jedes Jahr landet in der Schweiz rund ein Drittel aller Lebensmittel im Müll – von der Produktion bis zum Teller gehen so bis zu 300 Kilogramm Essen pro Person verloren.

Das Konsumverhalten der Bevölkerung trägt auf vielfache Weise zum Müllberg aus Essbarem bei: Konsumenten bevorzugen zum Beispiel normierte Früchte und Gemüse – gerade Rüebli, Tomaten ohne Dellen –, sodass die Lebensmittelvernichtung mitunter schon beginnt, bevor sie überhaupt in den Handel kommen. Hinzu kommen Verluste durch falsche Lagerung oder unsachgemässen Transport. Ausserdem sind Lebensmittel oft deutlich länger haltbar als angegeben – trotzdem orientieren sich viele Konsumenten immer noch am aufgedruckten Haltbarkeitsdatum.

Wir möchten deshalb Ihre Meinung zum Thema hören: Ist die Verschwendung von Lebensmitteln Ihrer Meinung nach in der Schweiz überhaupt ein drängendes Problem? Sollte der Staat für mehr Akzeptanz für hartes Brot und krumme Gurken werben in der Bevölkerung? Und: Tun Sie etwas, um Food-Waste zu vermeiden? Was ist dabei Ihr Antrieb? Und wären Sie bereit, Früchte und Gemüse mit Makel zu kaufen oder abgelaufene Lebensmittel noch zu essen?

Tun Sie uns Ihre Meinung zum Thema in den Kommentaren kund, gerne auch zu Fragen, an die wir noch nicht gedacht haben. Wir präsentieren in den nächsten Tagen eine Auswahl der besten Wortmeldungen. (mmo)

Erstellt: 30.05.2017, 18:21 Uhr

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