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Selbstbewusstsein und Selbstwissen

Schöne Körper, schöne Gedanken: Täglich beantworten Philosophen in unserer Sommerserie Fragen zum Thema Schönheit.

Selbstbewusst: Sängerin Beyoncé und ihre Tänzerinnen. (24. Juni 2016)
Selbstbewusst: Sängerin Beyoncé und ihre Tänzerinnen. (24. Juni 2016)
Lionel Cironneau, Keystone

Bei kaum einem anderen Begriff wie bei demjenigen des Selbstbewusstseins scheint die Entfernung zwischen der alltäglichen und der philosophischen Verwendung grösser zu sein. Selbstbewusst im alltäglichen Sinn ist der gegen jeden Zweifel gefeite Mensch, der gewahr seiner Qualitäten zielstrebig und unbeirrt den eingeschlagenen Weg geht. Zu viel Selbstbewusstsein nährt zwar den Verdacht einer gewissen Überheblichkeit, zu wenig davon gilt allerdings als Schwäche, die möglichst therapiert werden sollte. Was hat nun all das mit jenem einschüchternden «Ich denke» zu tun, worauf Descartes das ganze Gebilde der Wissenschaft stützen wollte und welches nach Kant alle meine Vorstellungen begleiten können muss, da sonst «etwas in mir vorgestellt [würde], was gar nicht gedacht werden könnte» (KrV, B123)?

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