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Wann ist Mathematik schön?

Schöne Körper, schöne Gedanken: Täglich beantworten Philosophen und Philosophinnen in unserer Sommerserie Fragen zur Schönheit.

Nicht immer schön: Mathematik im Unterricht.
Nicht immer schön: Mathematik im Unterricht.
Christian Beutler, Keystone

Die Mathematik geniesst keinen besonders guten Ruf. Sie gilt als wenig zugänglich, schwierig und trocken. Und doch wird ihr manchmal eine wichtige positive Eigenschaft zugeschrieben: die Schönheit. Aber kann Mathematik wirklich schön sein? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen ist sie es?

Wer über Schönheit in der Mathematik nachdenkt, stösst schnell auf ein Problem. Denn vieles, was wir schön nennen, ist sinnlich wahrnehmbar. Schön ist die Bergkulisse vor dem See oder ein Streichquartett von Mozart. Schön heisst eben meist: schön anzusehen oder schön anzuhören. Die Mathematik hingegen rührt nicht die Sinne. Denn ihre Gegenstände entziehen sich dem menschlichen Blick. Zahlen und andere Objekte, mit denen sich die Mathematik beschäftigt, wie Vektoren, Matrizen oder Algebren, sind nicht konkret fassbar, sondern abstrakt. Wie aber kann die Mathematik schön sein, wenn sie nicht die Sinne anspricht?

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