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Hat die Haushalthilfe Recht auf Lohn, wenn ich ins Spital muss?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Arbeitsrecht.

Auch wenn es im Haushalt einmal nichts zu tun gibt, hat die Haushaltshilfe das Recht auf die vertraglich zugesicherten Leistungen. Foto: Martin Rüetschi (Keystone)
Auch wenn es im Haushalt einmal nichts zu tun gibt, hat die Haushaltshilfe das Recht auf die vertraglich zugesicherten Leistungen. Foto: Martin Rüetschi (Keystone)

Ich bin im Rollstuhl und beschäftige während mehrerer Stunden pro Woche eine Hausangestellte. Demnächst muss ich zur Behandlung in eine Klinik. Das Eintrittsdatum steht noch nicht fest, auch ist nicht absehbar, wie lange ich bleiben muss. Es ist gut möglich, dass sich der Aufenthalt über mehrere Wochen erstreckt. Mit meiner Angestellten habe ich einen schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen, darin haben wir die Arbeitszeit und den Lohn geregelt, im Weiteren weist der Vertrag auf das Gesetz. Während meines Spitalaufenthalts wird meine Haushalthilfe keine Einsätze bei mir haben. Was heisst das für das Arbeitsverhältnis und für die Lohnzahlung?

Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen, wenn Sie im Spital sind. Somit schulden Sie Ihrer Haushalthilfe den vereinbarten Lohn, auch wenn Sie sie in dieser Zeit nicht beschäftigen können.

Sie könnten das Arbeitsverhältnis auch auflösen. Das setzt allerdings voraus, dass Sie wissen, ob die Zeit bis zu Ihrem Spitaleintritt ausreicht, um die Kündigungsfrist einzuhalten. Zudem stünden Sie dann nach Ihrem Spitalaufenthalt ohne Haushalthilfe da, weshalb eine Kündigung wohl eher nur als Not­lösung infrage käme.

Um Ihre Kosten zu reduzieren, könnten Sie Ihrer Angestellten für die Zeit Ihres Spitalaufenthalts auch einfach Ferien anordnen. Darauf hat sie ja sowieso einen Anspruch, und als Arbeitgeber steht Ihnen grundsätzlich das Recht zu, den Zeitpunkt der Ferien festzulegen. Sie können zwar kaum verlangen, dass die Haushalthilfe die ganzen Ferien aufs Mal bezieht, sondern höchstens zwei oder drei Wochen. Auch sind Ferien grundsätzlich mindestens drei Monate im Voraus anzuordnen, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diese planen können. Nur in dringenden Fällen oder bei unvorhersehbaren Ereignissen ist eine kurzfristigere Anordnung zulässig. Diese Voraussetzungen scheinen in Ihrem Fall gegeben zu sein.

Das eigentliche Problem liegt aber darin, dass Sie das Datum für den Spitaleintritt nicht kennen. Und da Sie auch nicht wissen, wie lange Sie bleiben müssen, lässt sich nicht abschätzen, ob die Ferien Ihrer Haushalthilfe ausreichen, um Ihre Abwesenheit vollständig zu überbrücken.

Eine gütliche Einigung könnte abhelfen. Erklären Sie Ihrer Angestellten die Situation, und erkundigen Sie sich, ob es für sie annehmbar wäre, auch sehr kurzfristig Ferien zu beziehen. Ist sie einverstanden und darüber hinaus auch bereit, einen unbezahlten Urlaub anzuhängen, bis Sie aus dem Spital zurück sind, könnten Sie so Ihr Problem auf elegante Weise lösen. Sie müssten dann nur den Lohn für die Ferien zahlen. Den schulden Sie der Haushalthilfe aber so oder so, egal, wann sie ihre Ferien einzieht.

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