Käfer in der Küche: Grund für eine Mietzinsreduktion?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Wohnen.

Käfer – egal welcher Art – haben in einer Küche nichts zu suchen. Foto: PD

Käfer – egal welcher Art – haben in einer Küche nichts zu suchen. Foto: PD

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Letzte Woche habe ich in meiner Küche mindestens ein Dutzend circa 1 cm lange Käfer entdeckt, die meisten davon im Vorratsschrank. Wie sie dorthin kamen, weiss ich nicht. Ich habe einige Lebensmittel weggeworfen und die Käfer entfernt, aber am nächsten Tag waren wieder neue da. Dem Vermieter habe ich eine E-Mail geschickt und ihn gebeten, einen Spezialisten mit der Bekämpfung zu beauftragen. Leider hat er bis heute nicht reagiert. Wie soll ich vorgehen? Kann ich als Druckmittel die Miete auf ein separates Konto einzahlen? Und hätte ich eine Mietzinsreduktion zugut?

Als Erstes sollten Sie von einer Fachperson abklären lassen, um was für eine Schädlingsart es sich handelt. Da Sie in Zürich wohnen, können Sie die Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich beiziehen. Deren Abklärungen kosten Sie nichts und fördern im Idealfall die Ursache des Befalls zutage. Falls Sie selber die Käfer unbemerkt eingeschleppt hätten, wären Sie für die Bekämpfung zuständig, andernfalls der Vermieter. Für Letzteres spricht in der Regel, wenn Nachbarn ebenfalls betroffen sind. Lässt sich die Ursache nicht ermitteln, muss der Vermieter die Bekämpfung organisieren und bezahlen.

Sofern Sie an den Käfern keine Schuld trifft, können Sie bei der Schlichtungsbehörde auch eine Mietzinsreduktion verlangen.

In diesem Fall sollten Sie zunächst Ihre Reklamation per Einschreiben wiederholen, denn mit dem Postbeleg können Sie die Beanstandung jederzeit beweisen. E-Mails sind diesbezüglich weniger sicher. Am besten machen Sie auch gleich ein paar Fotos von den Käfern. Bleibt der Vermieter untätig und handelt es sich um einen Schädling, den Sie als Laie nicht selber bekämpfen können (keinesfalls Insektenspray verwenden!), dürfen Sie ihn auf Kosten des Vermieters beseitigen lassen. Die Rechnung müssen Sie als Auftraggeber zunächst selber begleichen, können den Betrag aber vom Vermieter zurückfordern.

Alternativ können Sie Druck aufsetzen, indem Sie den Mietzins auf einem von der Schlichtungsbehörde bezeichneten Konto hinterlegen. Wichtig: Sie dürfen nicht selber ein Sperrkonto eröffnen und den Mietzins dort einzahlen, sonst riskieren Sie eine kurzfristige Kündigung. Bevor Sie den Mietzins hinterlegen, müssen Sie dem Vermieter eine Frist zur Mangelbehebung ansetzen und die Hinterlegung androhen. Nach der Hinterlegung haben Sie 30 Tage Zeit, um ein Schlichtungsverfahren einzuleiten. Für all das finden Sie auf der Website des Mieterverbands Musterbriefe.

Und ja: Sofern Sie an den Käfern keine Schuld trifft, können Sie bei der Schlichtungsbehörde auch eine Mietzinsreduktion verlangen. Und zwar ab dem Zeitpunkt, in dem der Vermieter vom Mangel erfahren hat. Die Höhe der Reduktion ist Ermessenssache. Auf keinen Fall sollten Sie den Mietzins eigenmächtig kürzen.


Senden Sie uns Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht an rechtundkonsum@tages-anzeiger.ch.

Erstellt: 26.03.2017, 19:46 Uhr

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