Wächst unsere Rente, wenn meine Frau ihre aufschiebt?

Die Antwort auf eine Leserfrage zur AHV-Rente.

Ist es sinnvoll, als Ehepaar eine der beiden AHV-Renten aufzuschieben? Zwei Senioren gehen über den Sechseläutenplatz.

Ist es sinnvoll, als Ehepaar eine der beiden AHV-Renten aufzuschieben? Zwei Senioren gehen über den Sechseläutenplatz. Bild: Urs Jaudas

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Meine Frau und ich erreichen beide in diesem Jahr das AHV-Alter, ich etwas früher als sie. Beide hätten wir als Einzelpersonen Anspruch auf die maximale Rente von 2350 Franken. Ich werde meine Rente schon in diesem Jahr beziehen, meine Frau erst in zwei Jahren. Nun wüssten wir gerne, wie die Renten berechnet werden. Also konkret, wie das mit dem Splitting funktioniert und ob durch den Rentenaufschub meiner Frau auch die Ehepaarrente wächst.

Ja, die Ehepaarrente steigt, wenn ein Ehegatte seine Rente aufschiebt. Die Berechnung Ihrer Renten erfolgt in mehreren Etappen. Da Sie zuerst das AHV-Alter erreichen, basiert Ihre Rente anfänglich allein auf Ihrem Einkommen. Sie bekommen zu Beginn also 2350 Franken, sofern Sie tatsächlich Anspruch haben auf die maximale Rente.

Sobald Ihre Frau auch das AHV-Alter erreicht, berechnet die Ausgleichskasse die Renten beider Ehegatten neu. Dabei werden die während der Ehe erzielten Einkommen addiert und Ihnen beiden je zur Hälfte angerechnet. Die Löhne, die Sie beide vor der Ehe verdient haben, werden nicht geteilt.

Weil die ordentlichen Renten von verheirateten Personen zusammen höchstens 3525 Franken betragen dürfen, werden die beiden Einzelrenten plafoniert. Für Sie bedeutet das, dass Ihre Rente ab dem AHV-Alter Ihrer Frau deutlich kleiner ausfällt als die 2350 Franken.

Die Rente Ihrer Frau wird sich durch den Aufschub erhöhen. Nach zwei Jahren beträgt der Zuschlag 10,8 Prozent. Dieser Zuschlag wird aber nur auf der plafonierten Rente gewährt. Ein Beispiel: Angenommen, Ihre Frau bekäme ohne Aufschub eine Rente von 1800 Franken. Durch den Aufschub von zwei Jahren wächst sie um 194 Franken (10,8 Prozent von 1800 Franken). Um den gleichen Betrag steigt schliesslich auch die Ehepaarrente. Zusammen bekommen Sie somit nicht nur 3525 Franken, sondern 3719 Franken.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

Erstellt: 23.04.2018, 09:53 Uhr

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