Zum Zahnarzt ins Ausland: Einige Kassen zahlen mit

Kommt es nach Behandlungen im Ausland zu Komplikationen, bleibt die Frage der Haftung oft ungelöst.

Groupe Mutuel, Helsana und Swica bieten Kostenbeteiligungen an.

Groupe Mutuel, Helsana und Swica bieten Kostenbeteiligungen an. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Aus Kostengründen überlegt sich manch einer, eine aufwendige Zahnsanierung nicht in der Schweiz, sondern im Ausland vornehmen zu lassen. Für die meisten Eltern, deren Kinder eine Zahnspange benötigen, ist eine Auslandbehandlung wohl nicht die erste Wahl, zumal sich eine Korrektur von Zahnfehlstellungen bei Kindern meist über eine längere Zeit erstreckt und somit mehrere Behandlungstermine nötig sind. Für Familien, die nahe der Landesgrenze wohnen, kann dies aber eine attraktive Alternative sein. Bei der Krankenversicherung der Groupe Mutuel gehen denn auch regelmässig entsprechende Anfragen von Eltern ein, die sich erkundigen, ob sie dafür Beiträge aus der Zusatzversicherung beanspruchen können.

Tatsächlich zahlen einzelne Krankenkassen auch an die Kosten von Zahnbehandlungen im Ausland. Unter den grossen Versicherern ist das nebst Groupe Mutuel auch bei Helsana und Swica der Fall. Alle drei geben an, dass die Kostenbeteiligung im Ausland grundsätzlich dieselbe sei wie in der Schweiz («Für ein perfektes Kindergebiss scheuen Eltern keine Kosten»). Auch ist die Kostenübernahme nicht auf bestimmte Länder beschränkt. Anders bei der Assura: Sie zahlt nur für zahnärztliche Massnahmen im grenznahen Gebiet, und bei der Concordia ist selbst dies nur in begründeten Einzelfällen vorgesehen. Die beiden übrigen unter den grossen Krankenversicherern, die CSS und die Visana, kommen indes nur für Behandlungen in der Schweiz auf.

Kasse prüft, Patient ist verantwortlich

Für eine Kostenbeteiligung der Kassen im Ausland gelten die gleichen Kriterien wie im Inland. Dazu gehört, dass der ausländische Zahnarzt oder die Zahnärztin über eine Ausbildung verfügen muss, die der schweizerischen gleichwertig ist. Zudem muss die Behandlung wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Um sich abzusichern, ist eine vorgängige Klärung mit der Versicherung in jedem Fall zu empfehlen. Doch selbst wenn die Kasse eine Kostenübernahme zusichert, sagt dies noch nichts über die fachliche Kompetenz des Zahnarztes aus, teilt Groupe Mutuel auf Anfrage mit. Durch die Kostengutsprache werde der Patient nicht von seiner Verantwortung entbunden, selber zu kontrollieren, ob die medizinische Qualität der Behandlung gewährleistet sei. Und Helsana schreibt, wenn es nach einer Behandlung im Ausland zu Komplikationen komme, sei oft nicht eindeutig geklärt, wer dafür haftbar sei respektive ob die Grund- oder die Zusatzversicherung für die Kosten aufkomme. Nicht auszuschliessen ist also, dass selbst Zusatzversicherte auf eigene Rechnung allfällige qualitative Probleme beheben müssen.

Erstellt: 30.06.2016, 14:57 Uhr

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