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Die innovativste Stadt der Welt

Medellín entwickelt sich vom Gewalt-Moloch zum kolumbianischen Silicon Valley. Wie schafft die Metropole das?

Sie symbolisiert den Wandel Medellíns: Die Rolltreppe für die Bewohner des Armenviertels Comuna 13. Foto: Fredy Builes (Reuters)
Sie symbolisiert den Wandel Medellíns: Die Rolltreppe für die Bewohner des Armenviertels Comuna 13. Foto: Fredy Builes (Reuters)

Das Erste, was sich Medellíns Bürgermeister Aníbal Gaviria morgens in seinem Büro anschaut, ist die Mordstatistik des Vortages. Seit er am 1. Januar 2012 sein Amt antrat, habe sich an 70 Tagen in keinem der 16 Stadtbezirke ein Tötungsdelikt ereignet. Das verschaffe ihm jeweils einen Moment der Zufriedenheit. Medellíns internationales Image war jahrzehntelang von Gewalt geprägt, und um diesen Ruf endgültig abzustreifen, ist die Überwachung der Mordsta­tistik entscheidend. 920 Morde waren es vergangenes Jahr, 38 pro 100 000 Einwohner. Damit nahm Medellín auf der Liste der weltweit gewalttätigsten Städte den 35. Rang ein. «Das ist ungenügend, eindeutig ungenügend», sagt der jugendlich wirkende, Jeans tragende Gaviria (48), und schiebt sogleich nach: «Aber es ist der tiefste Wert, den wir jemals hatten.»

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