«Und wie schmeckt Afghanistan?»

Afghanische Teigtaschen, Softeis mit Gurken-Kürbiskernöl- oder ?Sellerie-Pfeffer-Aroma und delikate Buns aus Korea: Das und noch viel mehr gibt es am zweiten Zürcher Street Food Festival.

Zürcher Erfolgsgeschichte: Grossandrang beim Street Food Festival im Sommer 2014.

Zürcher Erfolgsgeschichte: Grossandrang beim Street Food Festival im Sommer 2014.

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«Afghanistan ist mehr als Talibanbärte, Turbane und Krieg», sagt Akram Sattary. «Meine Heimat ist vor allem auch ein Land, in dem das Zusammensein bei einem schönen Essen eine riesengrosse Rolle spielt. Gastfreundschaft bedeutet für uns Ehre.» 15 Jahre sind vergangen, seit Sattary aus Afghanistan flüchten musste, die emotionale und die kulinarische Bindung aber rissen nie ab. Über Tadschikistan, Turkmenistan, Russland und weitere osteuropäische Staaten gelangte er nach Deutschland und von dort schliesslich in die Schweiz. Fast ausschliesslich zu Fuss.

Ein afghanisches Restaurant hier in Zürich, das sei sein Traum, erklärt der 35-Jährige. Er sei aber auch schon sehr froh darüber, dass er am Street Food Festival eine so grosse Bühne für die kulinarischen Spezialitäten seiner Heimat bekomme: «Auf diese Weise kann ich Afghanistan einmal anders präsentieren.»

Drei Gerichte gibt es am afghanischen Stand zu kosten, darunter auch Sattarys Leibspeise, Teigtaschen mit einer Füllung aus Rindfleisch, Zwiebeln und typischen Gewürzen. «Dazu kommen zwei Saucen: untendrunter eine aus pikant gewürztem Joghurt mit ein wenig Knoblauch, obendrauf eine aus Hackfleisch und Linsen. Die afghanische Version der Bolognese gewissermassen», führt Sattary aus.

Wenn nicht gerade Street Food Market ist und ihm sein Job als Verantwortlicher für den Barbetrieb auf dem Gerold-Areal Zeit lässt, widmet sich Akram Sattary seinem kleinen Catering­service. Afghan Anar heisst dieser, was zu Deutsch afghanischer Granatapfel bedeutet. «Im Süden des Landes, gab es jedes Jahr ein grosses Granatapfelfest. Mir hat diese Tradition immer sehr gefallen», sagt Sattary.

Auf Facebook haben über 10'000 Essbegeisterte ihr Häkchen hinter die Veranstaltung Street Food Festival No. 2 gemacht. Der Anlass im Puls 5 stösst damit auf mehr Interesse als das letzte Zürcher Fussball-Derby, das am vergangenen Samstag 9400 Zuschauer anlockte.

Entsprechend schwierig war das Vergabeprozedere für die begehrten 70 Anbieterplätze. «Zum einen wollten wir natürlich mit jenen Leuten weiterarbeiten, die das erste Street Food Festival im Sommer zum grossen Erfolg gemacht haben, zum anderen sollen die Besucher aber auch Neues zu schmecken bekommen», sagt Festival­ver­anstalterin Katja Weber – und schwärmt von den koreanischen Panda-Buns mit stundenlang gegartem, gezupftem Schweinefleisch, Pickles, Kabis, Zwiebeln und Erdnüssen oder der vegetarischen Ausführung mit Aubergine, Rotkohl, Gurke, sautierten roten Zwiebeln und Koriander.

Ach ja: Sollte jemand am Festival das Wort «Sugar» murmeln und das gleich dreimal in Folge, meint er damit nicht das Gleiche wie jene sinistren Gestalten, die nachts die Langstrasse auf- und abgehen. Sugar Sugar Sugar ist ein Zürcher Softeis-Label, das genug von Erdbeer-Vanille hatte und seither Cremig-Süsses in Varianten wie Gurke-Kürbiskernöl, Süsskartoffel-Oregano, Basilikum-Balsamico oder Sellerie-Pfeffer herstellt. Folgen Sie dem Lockruf ruhig, Sie werden höchstens ein wenig rundlich vom Konsum. (Zueritipp)

Erstellt: 25.02.2015, 17:19 Uhr

Street Food Festival No. 2

Nach der Premiere in der Manegg im vergangenen Sommer schlägt das Street Food Festival seine Zelte für die zweite Auflage im Puls 5 auf. Mit dabei sind 70 Aussteller, die vom Sandwich mit in Ginger-Beer marinierter Rinderbrust über holländische Fleisch­kroketten bis zu frisch geschabten Allgäuer Kässpätzle alles ?anbieten, was es für ein schnelles und leckeres Mahl braucht. Für rund 25 Franken kann man drei Gerichte probieren.(ak)

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