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«Die Schweiz ist das europäischste Land»

Das Verhältnis der Schweiz zu Europa ist emotional besetzt, wie die Initiativen zur Zuwanderung zeigen. Der Berner Historiker André Holenstein meint: Clevere Politik bedeutet, klug auszubalancieren.

«Wenn Schweizer ihr Land verlassen, erkranken sie gefährlich an Heimweh», sagt Autor André Holenstein. Foto: Valérie Chételat
«Wenn Schweizer ihr Land verlassen, erkranken sie gefährlich an Heimweh», sagt Autor André Holenstein. Foto: Valérie Chételat

Immer wenn es um Europa geht, werden Abstimmungskämpfe heftig und emotional. So war es vor dem 9. Februar; so ist es aktuell im Fall Ecopop. Hat die Schweiz ein ­gestörtes Verhältnis zu Europa?

Die Schweiz hat ein komplexes Verhältnis zu Europa. Das ist eine Jahrhunderte alte Konstante. Auf der praktischen Ebene ist das Land stark verflochten mit dem Umfeld. Daneben gibt es eine geistige Ebene – hier geht es um die Frage, wie die Schweiz über sich nachdenkt. Diese ist stark von mentalen Abgrenzungsbewegungen geprägt. Aus dem Spagat zwischen dem, was man macht, und der Art, wie man über sich denkt, resultiert ein Verhältnis, das man dialektisch nennen kann. Oder schizophren.

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