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Ein Bundesrat am Herd

Adolf Ogi zeigte einst im Fernsehen, wie man ein Ei energiesparend zubereitet. Und nach dem Haushalt hatte er auch Energiespar-Tipps für die Industrie parat.

Energiesparend kochen: Adolf Ogi gibt 1990 den Startschuss für die Kampagne «Bravo plus».
Energiesparend kochen: Adolf Ogi gibt 1990 den Startschuss für die Kampagne «Bravo plus».
Keystone

In den Bilderarchiven ist von Adolf Ogis Ei-Zubereitung von 1988 leider nichts zu finden. Dafür sehen wir ihn zwei Jahre später wieder am Kochtopf (der vermutlich Reis enthält), wie er am 11. Januar 1990 den Startschuss für die Energiespar-Kampagne «Bravo plus» gibt.

Nach der Kampagne zum Energiesparen im Haushalt präsentieren Bund und Wirtschaft Vorschläge und Tipps, wie der Energieverbrauch in der Industrie und am Arbeitsplatz gesenkt werden könnte.

Ogis Methode nur noch zweite Wahl

Übrigens, Ogis Art, ein Ei zuzubereiten, ist aus Energiespar-Sicht nur noch die zweitbeste Wahl. Der WWF und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich haben vor Ostern errechnen lassen, dass der Strombedarf je nach Art unterschiedlich hoch ist. Die effizienteste Methode braucht gegenüber der ineffizientesten rund viermal weniger Energie.

Am wenigsten Strom wird verbraucht, wenn ein Eierkocher zum Einsatz kommt. Er muss nur eine winzige Menge Wasser erhitzen und stellt sofort ab, sobald diese verdampft ist, wie das Testzentrum SALT (Swiss Alpine Laboratories for Testing Energy Efficiency) herausfand. Für zwei Eier müssen 77 Wattstunden aufgewendet werden.

Ebenfalls recht energieeffizient ist die 1988 vom damaligen Energieminister Adolf Ogi am Fernsehen propagierte Methode: zwei Fingerbreit Wasser und Deckel auf die Pfanne. Wenn das Wasser ordentlich sprudelt, Herd ausschalten und Restwärme nutzen.

Die ineffizienteste, aber vermutlich am häufigsten angewendete Methode ist jene, bei der die Eier mit Wasser bedeckt und ohne Pfannendeckel gekocht werden. Der Energieverbrauch ist hier um das Dreieinhalb- bis Vierfache höher als beim Eierkocher, unabhängig von Glaskeramik (270 Wattstunden), Gussplatte (301) oder Induktion (307).

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