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Interview zu Frauenhass«Für Incels ist Sex ein Grundrecht wie Nahrung oder Wasser»

Incels sind Männer, die finden, Frauen seien daran schuld, dass sie einsam sind und keinen Sex haben. Autorin Veronika Kracher hat in dieser Szene recherchiert und fand Ähnlichkeiten mit einer Sekte.

Junge Frauen nehmen nach einem Amoklauf eines sogenannten Incels Abschied von den Opfern.
Junge Frauen nehmen nach einem Amoklauf eines sogenannten Incels Abschied von den Opfern.
Foto: David McNew (Getty Images)

Wie ist es, als Frau in einem explizit frauenfeindlichen Umfeld zu recherchieren? Die Autorin und Journalistin Veronika Kracher hat das jahrelang getan. Über jene vorwiegend jungen Männer, die sich als «Incels» bezeichnen (der Begriff ist ein Kofferwort für «Involuntary Celibates», was übersetzt «unfreiwillig im Zölibat Lebende» heisst ), hat die Wahlfrankfurterin nun ein Sachbuch geschrieben, das im November erschienen ist.

Für Ihr Buch haben Sie zahlreiche Incel-Foren analysiert. Wie haben Sie die Recherche dazu erlebt?

Am Anfang war es sehr erschreckend und irritierend, da man ja sowohl mit einer Menge Menschenfeindlichkeit als auch mit einem erschütternden Selbsthass konfrontiert wird. Incels sprechen davon, dass niemand sie jemals lieben könne, und bezeichnen sich selbst als «Untermensch» oder «Abschaum». An die Vergewaltigungsfantasien gewöhnt man sich irgendwann. Einige Sachen, vor allem sexuelle Gewalt gegen Kinder, verstören jedoch nachhaltig. Der Selbsthass macht auch wütend, da Incels durch ihre Ideologie gewissermassen selbst an ihrem Leid schuld sind, aber Frauen dafür verantwortlich machen.

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