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Firmeninhaber Robert Dubler wehrt sich«Für mich ist das Wort ‹Mohrenkopf› positiv besetzt»

Robert Dubler bleibt in der Debatte um den umstrittenen Produktnamen hart: Der Name werde nicht geändert, selbst wenn nach der Migros auch Volg mit einem Rauswurf droht.

Fabrikant Robert Dubler und seine gleichnamige Firma stellen jährlich rund 10 Millionen «Mohrenköpfe» her.
Fabrikant Robert Dubler und seine gleichnamige Firma stellen jährlich rund 10 Millionen «Mohrenköpfe» her.
Foto: Gaëtan Bally/Keystone

Die Migros hat die Dubler «Mohrenköpfe» bereits aus Regalen von Filialen in Zürich genommen (zum Bericht). Nun droht auch Volg damit, die Produkte des Aargauer Unternehmens Dubler mit dem umstrittenen Namen nicht mehr zu verkaufen. Dies berichtet der «Blick». Firmeninhaber Robert Dubler nimmt Stellung zum wachsenden öffentlichen Druck auf seinen Betrieb mit 15 Mitarbeitern.

Hat Volg Sie schon darüber informiert, dass sie den Namen «Mohrenkopf» als nicht mehr zeitgemäss erachten?

Nein, davon weiss ich nichts.

Immerhin zeigt sich Volg laut «Blick» offen, um eine faire Lösung mit Ihnen zu finden. Sind Sie zu dazu bereit?

Eine faire Lösung betreffend was?

Vermutlich geht es um den Produktnamen «Mohrenkopf».

Eben! Ich frage mich, was das soll. Ich sehe keinen Grund, den Namen zu ändern. «Mohrenkopf», das ist mein Leben. Ich bin allen Menschen gegenüber offen und behandle sie fair, ihre Hautfarbe interessiert mich nicht. Der Stiefvater meiner Frau etwa ist schwarz.

«Ich bin allen Menschen gegenüber offen und behandle sie fair, ihre Hautfarbe interessiert mich nicht.»

Robert Dubler, Inhaber der Firma Dubler Mohrenkopf

Sie werden den Namen also nicht ändern?

Nein. Was gerade geschieht, ist aus meiner Sicht unverhältnismässig, aber es stört mich nicht. Für mich ist das Wort «Mohrenkopf» positiv besetzt. Es steht für ein Qualitätsprodukt, von dem wir jährlich 10 Millionen Stück in der Schweiz herstellen. Nur die Hälfte unserer Produkte verkaufen wir im Detailhandel, die andere Hälfte bieten wir direkt an unserem Schalter an.

Nimmt die Diskussion ein Ausmass an, das Ihr Unternehmen gefährdet?

Nein. Es ist ein Nebenschauplatz. Es gibt aus unternehmerischer Sicht wichtigere Themen, über die wir ernsthaft sprechen sollten. Wir sollten eher hinterfragen, ob die Banken und Konzerne ihrer volkswirtschaftlichen Verantwortung genügend nachkommen. Nur wenige Leute haben etwas gelernt aus den vergangenen Monaten.

Was meinen Sie damit?

Mich hat irritiert, dass freiheitlich denkende Unternehmer rasch nach Staatsgeldern gerufen haben, obwohl sie sonst gegen eine Einmischung des Staates sind. Ich habe in meinem Unternehmen keine Kurzarbeit eingeführt und meinen Mitarbeitern während der Corona-Krise den vollen Lohn bezahlt.