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Der erste Zürcher Frauen-SACFür sie hatte es keinen Platz – wie für Ausländer, Linke und Juden

Der Verein überraschte und begeisterte und hätte eine fast ums Staatsexamen gebracht: Vor 100 Jahren formierten sich Frauen aus Zürich zur «Hebung» der Berge.

Evi Arrigoni, Monika Saxer und Béatrice Breitschmid (v.l.) erklimmen Berggipfel auch ohne Männer, was diese oft vor den Kopf gestossen hat.
Evi Arrigoni, Monika Saxer und Béatrice Breitschmid (v.l.) erklimmen Berggipfel auch ohne Männer, was diese oft vor den Kopf gestossen hat.
Foto: Anna-Tia Buss 

Anekdoten wie diese kommen Monika Saxer und Evi Arrigoni leicht über die Lippen:

Eine Frauenseilschaft erreicht den Gipfel. Ein Berggänger sagt: «Auch schon da?»

Oder: Vier Frauen buchen eine Übernachtung in einer Hütte des Schweizerischen Alpenclubs (SAC), kommen dann aber nur zu dritt. Der Hüttenwart bemerkt: «Aha, ihr habt es auch ohne den Mann geschafft.»

Die beiden Zürcherinnen haben sie in all den Jahren im Gebirge zuhauf erlebtals Mitglieder der SAC-Sektion Baldern, die vor hundert Jahren von Frauen für Frauen gegründet wurde, als erster Zürcher Ableger des Schweizerischen Frauenalpenclubs (SFAC). An diesem Januarmittag stehen die beiden Frauen Mitte 60 zusammen mit Béatrice Breitschmid (74) auf dem Gipfel des Monte Diggelmann, des höchsten Punkts des Irchelparks in der Stadt Zürich. Saxers rundes Gesicht lacht. Sie sagt: «Mich haben dieser Geltungsdrang und dieser Beschützerinstinkt der Männer eigentlich immer belustigt.» Arrigoni ergänzt: «Und meist verstummten sie ja, wenn sie sahen, was wir konnten.» Doch manchmal hat sie sich über das Ellenbögeln der Männer auch genervt.

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