«Ich frage mich: Was soll das?»

Georges Bregy traut der Schweiz den Viertelfinal zu. Aber beim 2:1 gegen Serbien ärgerte er sich über Xhaka und Shaqiri und ihren Jubel mit dem Doppeladler.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweizer Wende vom 0:1 zum 2:1 gegen Serbien bedeutet einen grossen Schritt Richtung Achtelfinals. Georges Bregy, 60-jährig und 1994 einer der WM-Torschützen an der Endrunde in den USA, freut sich über den Steigerungslauf. Aber dem einstigen Mittelfeldspieler stossen die Geste von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nach ihren Toren sauer auf. Die beiden zeigten mit ihren Händen den Doppeladler, der das albanische Wappen ziert.

Was bleibt bei Ihnen von diesem Abend haften?
Ein Spiel, in dem die Schweizer Mannschaft in der ersten Halbzeit zu pomadig war, zu schwerfällig, sie spielte zu oft nur quer. In der zweiten Hälfte machte sie es deutlich besser, sie setzte zu einer Korrektur an, trat mutiger auf und belohnte sich auch. Und haften bleibt auch eine Spielszene.

Nämlich?
Die Schweizer Verteidiger nahmen Mitrovic einmal ziemlich in die Mangel. Der Schiedsrichter taxierte das als Stürmerfoul. Wenn sich der Video Assistant Referee gemeldet hätte, wäre womöglich ein Penalty gegen die Schweiz gepfiffen worden. Für mich war das entscheidend, da hatten wir Glück. Und dann gab es noch ein grosses Ärgernis: das Verhalten von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nach den Treffern.

Sie zeigten den Doppeladler.
Ich frage mich: Was soll das? Das ist unerklärlich und unnötig, ich ärgere mich darüber. Es ist etwas, wofür ich null Verständnis habe. Die Aktionen trüben für mich eine Leistung, die nach der Pause deutlich besser wurde.

Wie erklären Sie sich die Steigerung?
Da muss Coach Vladimir Petkovic Einfluss gehabt haben. Das Team wurde mutiger und aggressiver. Und mit etwas mehr Zielstrebigkeit wurde der Gegner immer wieder in Verlegenheit gebracht.

Was ist nun für die Schweiz möglich?
Ich glaube, der Achtelfinal ist ihr kaum mehr zu nehmen.

Und dann?
Geht es darum, den Fluch zu besiegen, dass man es nie weiter schafft als bis in den Achtelfinal.

Ist ausreichend Substanz vorhanden?
Natürlich. Schauen Sie sich das Kader an. Da sind lauter Spieler dabei, die in grossen Ligen Europas unter Vertrag stehen. Eine viel bessere Ausgangslage ist kaum vorstellbar. Am schönsten wäre es, wenn die Schweiz im Achtelfinal auf Deutschland träfe – und sich durchsetzen würde.

Halten Sie für möglich?
Ganz klar: ja. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.06.2018, 10:10 Uhr

Artikel zum Thema

Den Doppeladler verträgt es nicht

Kommentar Die Gesten von Xhaka und Shaqiri lösen wieder eine Balkan-Debatte aus. Doch bei der Beurteilung ist Vorsicht angebracht. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Grossflächig: Der für seine in die Landschaft integrierten Kunstwerke bekannte französische Künstler Saype zeigt im Park La Perle du Lac sein Werk «Message from Future». (16. September 2018)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...